Erdgasaufbereitungsanlage NEAG stellt nach 50 Jahren Betrieb ein

Im Städtedereieck Oldenburg (Oldbg.), Nienburg und Diepholz gibt es zahlreiche Erdgaslagerstätten, von denen ein großer Teil Erdgas mit variierenden Anteilen Schwefelwasserstoff (H2S) enthält. Da H2S als „hochgiftig“ eingestuft ist, muss dieser Stoff aus dem Erdgas aufwendig herausgewaschen werden. Dieses geschah bislang in zwei großen Erdgasaufbereitungsanlagen bei Großenkneten sowie in Voigtei in der Nähe von Steyerberg. Letztere stellt nun nach 50 Jahren ihren Betrieb ein.

Zu Spitzenzeiten verarbeitete das Werk beachtliche 400.000 m³ Erdgas in der Stunde (3,5 Mrd. m³/a). Zum Vergleich: Mit dieser Menge ließen sich ca. 100 Einfamilienhaushalte ein ganzes Jahr lang versorgen. Als Nebenprodukt vielen ca. 900 t hochreiner Schwefel an (frdl. pers. Mitteilung). Aufgrund zurückgehender Fördermengen lohnt sich nun der Betrieb von zwei Aufbereitungsanlagen nicht mehr, so dass die kleinere der beiden Anlagen ihren Betrieb einstellt. Nach Angaben des Betreibers ExxonMobil Production Deutschland GmbH (EMPG) lagen die Raten 2009 bei nur noch 2,5 Mrd. m³/a oder 285.000 m³/h und sowie 300.000 t Schwefel pro Jahr (ca. 820 t/d) (Quelle). 2012 wurden nach Angaben des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. sogar nur noch knapp 200.000 t Schwefel pro Jahr produziert (Quelle). Der Gasdurchsatz dürfte sich im Verhältnis entsprechend verringert haben. Das Ende der NEAG, was für „Norddeutsche Erdgas-Aufbereitungs-Gesellschaft mbH“, steht, bedeutet jedoch nicht das Ende der Erdgasförderung in der Region westlich von Nienburg. Das geförderte Erdgas wird von nun an über eine vorhandene Verbundleitung zur Aufbereitungsanlage nach Großenkneten geleitet.