Petition zur „Korbacher Resolution“ kläglich gescheitert – Deshalb Verlängerung bis das Ergebnis stimmt?

Bereits im August, quasi zur Halbzeit des Petitionszeitraumes, wurde hier der Inhalt der „Korbacher Resolution“ kommentiert und die seltsame räumliche Verteilung der abgegebenen Stimmen analysiert. Anfang November endete der ursprünglich angesetzte Zeitraum von sechs Monaten. Da aber die gewünschte/erforderliche Stimmenzahl von 100.000 bei weitem nicht erreicht wurde (es waren etwas über 25.000!), wurde einfach der Zeichnungszeitraum mit fadenscheinigen Rechtfertigungen um sechs Monate verlängert.

Kurz zusammengefasst wird in der „Korbacher Resolution“ ein Totalverbot des bewährten Hydraulic Fracturings gefordert, sofern es der Gewinnung von Kohlenwasserstoffen, also Erdöl und Erdgas dient. In der Forderung nicht mit eingeschlossen ist damit ein Verbot von Fracmaßnahmen zur Nutzung von Tiefengeothermie. Hier wird also aus rein ideologischen Gründen mit zweierlei Maß gemessen. Schließlich heißt es „Ein konsequentes Umsetzen der politisch beschlossenen Energiewende, d.h. Abkehr von fossilen Brennstoffen, Ausbau der erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz.“In diesem Satz offenbart sich die ideologische Verblendung. Man meint, mit sogenannten „Erneuerbaren Energien“ ad hoc Deutschland mit Strom und Wärme zu versorgen. Ein schlüssiges technisch, ökonomisch sowie ökologisch machbares/durchdachtes Konzept als Alternative zur Energieversorgung ohne fossile Energieträger sowie Kernkraft wird nicht dargelegt. Anscheinend verlässt man sich auf Sonne und Wind, die ja keine Rechnung schicken, was Erdöl- und Erdgaslagerstätten aber genausowenig tun. Weiterhin wird „Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.“ gefordert. Offensichtlich ist den Verfassern nicht bekannt oder nicht bewusst, dass ein wesentlicher Teil der Erdöl- und Erdgasbohrungen im Laufe ihres Daseins einer Fracbehandlung unterzogen werden. Sei es, um eine wirtschaftliche Förderung überhaupt erst zu ermöglichen oder um die Nutzungsdauer einer Bohrung zu verlängern. Hier genügt exemplarisch „Ein kleiner Blick nach Russland“. Wäre ich nicht selbst Nutznießer einer erdgasbefeuerten Zentralheizung, würde ich ja vorschlagen, jetzt in der Heizperiode die Förderung aus gefracten Erdgasbohrungen zu stoppen und den Import der Erdgasmengen aus gefracten Bohrlöchern aus dem Ausland einzustellen. Dieses in Verbindung mit nach meinem Kenntnisstand dank des letzten langen Winters nicht vollständig gefüllten Speichern (tlw. gefract übrigens) würde zu massiven Versorgungsproblemen führen. Den volkswirtschaftlichen Schaden, der dadurch entstünde, müssten dann konsequenterweise die Unterzeichner der „Korbacher Resolution“ übernehmen. Vielleicht würden sie dann den Unsinn begreifen, den sie einfordern.

Doch nun zu den Begründungen für die Verlängerung des Petitionszeitraumes. Auf der entsprechenden Seite ist dazu folgenden zu lesen:

Verlängerung der Petition
Aufgrund des ungünstigen Ergebnisses bei der Bundestagswahl haben die Initiativen hinter der ‚Korbacher Resolution‘ beschlossen, die Online-Petition in die Verlängerung gehen zu lassen. Zwar ist mit der FDP der größte Befürworter von Fracking aus dem Bundestag gewählt worden. Doch die Atom-Kohle-Koalition aus Union und SPD lässt schlimmstes befürchten, ist doch z.B. die Änderung des Bergrechts in weite Ferne gerückt. Bereits jetzt gehen Fracking-Konzerne wie Exxon und Wintershall in die Offensive und drohen, auf der Grundlage der aktuellen Rechtslage Probebohrungen und Tests durchzuführen.

Soso, ein „ungünstiges“ Wahlergebnis dient also als Begründung für die Verlängerung der Petition und nicht etwa das klägliche Scheitern? Wie eingangs erwähnt konnten gerade etwas mehr als ein Viertel der notwendigen Unterschriften gesammelt werden. Aktuell sind es knapp 29.000 (siehe Screenshot). Auffällig ist zudem der propagandistische Stil bzw. die Wortwahl der Begründung. War es nicht die CDU, die nach der Kraftwerks-Havarie von Fukushima infolge eines Erdbebens in Verbindung mit einem gewaltigen Tsunami, sofort 8 Kernkraftwerke stillegte? Und war es nicht die SPD, die in Regierungsverantwortung zusammen mit B’90/Die Grünen den Ausstieg aus der Kernkraft inkl. Forschungsverbotes beschloss? Und auf einmal sollen diese beiden Ausstigesparteien eine „Atom-Koalition“ darstellen? Und zum Thema Kohle: Wenn auf einen Schlag 8 Kernkraftwerke stillgelegt werden und Gaskraftwerke aufgrund Stromüberangebotes durch Zufallstrom aus sogenannten „Erneuerbaren Energien“, was wiederum sinkende Börsenpreise zur Folge hat, nicht rentabel betrieben werden können, dann muss eben Kohle einspringen, um die Versorgungslücke zu schließen. Nur um das zu begreifen muss man seine ideologischen grüngefärbten Scheuklappen abnehmen und zudem noch etwas von Physik und Elektrotechnik verstehen. Aber grundlegendes MINT-Verständnis ist bei selbsternannten Naturschützern in der Regel unterrepräsentiert. Des weiteren ist weder bei ExxonMobil noch bei der Wintershall irgendetwas davon zu lesen, dass diese beiden Unternehmen damit drohen (man beachte die „sachliche“ Wortwahl), Probebohrungen oder Testarbeiten auf unkonventionelle Erdgaslagerstätten durchzuführen. Es ist lediglich bekannt geworden, dass ExxonMobil die Antragsunterlagen für eine Fracmaßnahme in der konventionellen Lagerstätte „Bötersen“ nahzu vollständig erarbeitet hat. dass die erstellung überhaupt soviel Zeit in Anspruch nimmt, ist lediglich der Verschärfung der Regularien zu verdanken, die noch vom ehemaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Bode (FDP) veranlasst worden sind. Die Bohrung ist seit über 2 Jahren fertiggestellt und normalerweise wären die Fracarbeiten schon längst erfolgt, wie es schon seit 5 Jahrzehnten zuvor gang und gäbe war, als Sachverstand noch nicht durch Hysterie und Angst ersetzt wurde. Von Arbeiten im Zusammenhang mit Schiefergasvorkommen ist von ExxonMobil nichts bekannt geworden. Was Wintershall betrifft, wird sich wahrscheinlich auf einen Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden des Mutterkonzerns BASF, Kurt Bock, berufen. Dieser forderte laut FAZ (Quelle) einen „Fracking-Test“, sprich eine Testförderung von Schiefergas. Diese Forderung entspricht aber lediglich den Vorschlägen unterschiedlicher Studien, die zum Thema verfasst worden sind. Selbst die von Fachleuten aufgrund wissenschaftlicher Mängel scharf kritisierte Studie (LINK) im Auftrag des Umweltbundesamtes kommt zu diesem Ergebnis. Dass die Konzerne Arbeiten zur Schiefergasgewinnung „androhen“ ist von den Bürgeinitiativlern knallhart gelogen! Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass die Damen und Herren „Fractivisten“ an den Haaren herbeigezogene Behauptungen verbreiten. Noch interessanter ist die Begründung des kläglichen Scheiterns von Herrn Mathias Elshoff, einem der führenden Köpfe der gegen die Gewinnung inländischer Erdgasvorkommen ausgerichteten Bürgerinitiativen. Auf einen Beitrag zum Thema auf der zum Blog gehörenden Facebookseite (LINK zum Beitrag) reagierte er wie folgt: „Lächerlich was sie da schreiben. Über 168.000 gegen Fracking, wie diese Aktion beweist. Das es nur 25.ooo sind hat damit zu tun, dass viele Menschen bereits bei den über 70 lokalen BI ihre Unterstützung zugesagt haben und daher denken, dass sie nicht noch zusätzlich unterschreiben müssen.“ (LINK). Wenn dem so ist, ist doch der Sinn der Petition sowie der Sinn der Verlängerung zu hinterfragen. Es ist traurig, dass solche Menschen, die nicht einmal akzeptieren wollen, dass ihr Anliegen viel Menschen nicht interessiert, meinen, die Deutungshoheit über das Fracverfahren und die inländische Kohlenwasserstoffgewinnung insgesamt inne zu haben. Und das leider auch noch mit einem gewissen Erfolg. Das ist andererseits aber wiederum nicht wirklich verwunderlich, denn schließlich wurde ja auch in Sachen Kernenergienutzung nicht etwa der zuständige Personenkreis nach der Havarie in Japan angehört, sondern ein Ethikrat. und genauso verhält es sich hier: Nicht etwa die für Rohstofffragen zuständige Fachbehörde, nämlich die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wird im Gegensatz zum United Kingdom, dort war es der Staatliche Geologische Landesdienst, mit der Erstellung einer Risikostudie zur Schiefergasgewinnung beauftragt, sondern ein fachfremdes Konsortium aus Privatfirmen im Auftrag des dem Umweltministerium untergeordneten Umweltbundesamtes. Dieses Umweltbundesamt ist übrigens u.a. dafür bekannt, Denkverbote (in Sachen Klimaforschung) zu erteilen und Wissenschaftler öffentlich zu diffamieren und dabei sogar Lebensläufe von Ex-Mitarbeitern zu verfälschen (Quelle). Somit ist der (naturwissenschaftliche) Geisteszustand dieses Landes zum Artikelende mit wenigen Sätzen treffend beschrieben. Oder anders ausgedrückt: Emotionen ersetzen Sachverstand.

8 Kommentare zu Petition zur „Korbacher Resolution“ kläglich gescheitert – Deshalb Verlängerung bis das Ergebnis stimmt?

  • es könnte aber auch sein das die nichtunterzeichner die,,lügengeschichten,, der realitätsfremden
    gegener durchschaut haben.

  • Dirk Weißenborn sagt:

    “Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.”

    Da haben wir den nächsten gedanklichen Kurzschluss. Wenn überhaupt, sind die Trägergesteine des Erdöls oder des Erdgases gefrackt worden und nicht die fossilen Energieträger.

    Da hatte wohl irgendein Oberschlaumeier aus der Anti-Gasbohr-Szene das ähnlich klingende „Cracken“ von Kohlenwasserstoffgemischen zur Generierung von kurzkettigeren Molekülen in Raffinerien im Hinterkopf.

    Der gesamte Text der Korbacher Resolution ist ein Ausbund ideologischer Verblendung und psychischer Probleme einzelner.

    1. istvanadler sagt:

      Ich denke schon, dass die Gegnerschaft Öl/Gas aus gefracten Trägergesteinen meinte. Nicht umsonst steht das Wort „gefrackt“ in Anführungszeichen.
      Ob die Gegnerschaft weiß, was unter „Cracken“ zu verstehen ist (ich hatte das im Chemieunterricht in der 10. Klasse, Organische Chemie), wage ich hingegen zu bezweifeln. Schließlich sind MINT-Kenntnisse bei der Gegnerschaft generell unterrepräsentiert, um es einigermaßen höflich auszudrücken.

      1. Dirk Weißenborn sagt:

        Dennoch typisch für den sachlich inkorrekten Stil der BI Pamphlete. Ein Anführungszeichen reicht nicht zur Klarstellung, Herr Adler!

        Die haben das sachlich orientierte Denken nicht drauf. Worin bestehen die Gründe? Haben wir es mit einer kleinen „Massenpsychose“ zu tun?

        1. istvanadler sagt:

          Wir haben es mit ideologisch völlig verblendeten Mitmenschen zu tun, die sich einbilden, dass unser Land das Weltklima „retten“ könnte, wenn wir die Nutzung fossiler Energieträger einstellen. Nachfragen zum zweifelhaften quantitativen Beitrag des Verzichts werden mit einer vermeintlichen Signalwirkung begründet.

          Sachlich orientiertes Denken ist bei BI grundsätzlich nicht auszumachen. Um das eigene Anliegen durchzudrücken bedient man sich der Übertreibung, Lüge oder persönlichen Diffamierung. Das betrifft ALLE BI, egal welches Thema sie vertreten. Gegenansichten finden dabei kein Gehör und werden grundsätzlich in Abrede gestellt. Schließlich hat man sich via Presse und Rundfunk informiert und somit die Weisheit für sich gepachtet. Siehe dazu auch http://tinyurl.com/oncmu4h

  • Dirk Weißenborn sagt:

    Noch etwas fällt auf an dem Satz:

    “Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.”

    Wer das fordert, sollte sich darüber im klaren sein, dass die administrative Umsetzung einer entsprechenden gesetzlichen Regelung sowie vor allem auch die erforderliche Kontrolle äußerst schwierig ist.

    In voller Konsequenz müsste man den Import fossiler Energieträger aus etlichen Staaten einstellen, um sicherzugehen. Nun sind diese Staaten aber nicht auf ewige Zeit verpflichtet, unser Land zu beliefern. Weltweit stehen genug andere Kunden Schlange.

    Versucht man jedoch einen ausländischen Lieferanten, mit dem ein Liefer- und Abnahmevertrag besteht, zu zwingen, die Herkunft der Mengen des jeweiligen fossilen Energieträgers aus „konventioneller“ Förderung wahrheitsgemäss zu belegen, so könnte dies fatale Langzeitfolgen für die Energieversorgung unseres Landes haben- abgesehen von der Schwierigkeit, den Rohstoff aus „Fracking“ von dem anderen im Leitungsnetz bzw. den Tankern zu trennen. Erhöhter Aufwand für den Exporteur wäre die Folge. Würden z.B. die Russen darauf eingehen? Vielleicht, aber preiswerter wird de Import dann nicht.

    Man sieht, mit welchen Traumtänzern auf den Feldern Energie und Politik man es zu hat.

    Oder werden diese durchaus möglichen Konsequenzen gar bewusst in Kauf genommen oder – schlimmer noch – angestrebt? Was soll damit im übergeordneten Sinne bezweckt werden?

    Verlangen diese „Energiexperten“ auch die Einstellung des Neodymimportes für die Produktion von Permanentmagneten aus der Volksrepublik China, sofern dieses Selten-Erden Metall unter Nichtbeachtung von Umweltstandards und sozialen Bedingungen gewonnen wird? Analog zu „No Fracking Import of Oil and Gas“ müsste zwingend auch der Verzicht auf die Freisetzung des ebenfalls z.B. im Mineral Monazit anwesenden radioaktiven Thoriums bei Gewinnung und Verarbeitung des Neodyms gefordert werden.

    Wenn man an dieser Stelle weiterdenkt, könnte man auf die verborgene Spur kommen.

    1. istvanadler sagt:

      Nur eine kurze Antwort: Rein theoretisch ließe sich ja recht simpel herausfinden, welche Kohlenwasserstoffmengen aus gefracten Bohrungen stammen. Gäbe es diese nicht, könnten sie auch nicht exportiert werden. Diese Mengen müssten dann gemäß der Forderungen der BI einfach nicht mehr importiert werden. Und damit hätten wir ein Versorgungsproblem. Zum Thema Neodym und dessen Gewinnung: Das ist den Initiativlern egal, dass dabei massive Umweltschäden auftreten. Schließlich geschieht es nicht vor der eigenen Haustür, ist somit nicht im Auge und damit auch nicht im Sinn.

  • Dirk Weißenborn sagt:

    Auf „gegen-gasbohren“ tobt sich aktuell wieder der heilige Gutmenschenzorn aus. Im neuesten Beitrag wirft man jetzt sogar der Großen Koalition vor, sie wäre in Punkto „Fracking“ und Erdöl/Erdgasförderung industriefreundlicher als die abgewählte schwarz-gelbe Bundesregierung.

    Ein potenzielles Risiko reicht diesen „Heiligen“ um eine Technologie zu verbieten. Wenn ihre Vorgänger im 19. Jahrhundert die damals häufigeren Dampfkesselexplosionen in der Industrie zum Anlass genommen hätten, die Benutzung der Dampfmaschinen zu verbieten, wer weiß, wie die Geschichte bis heute verlaufen wäre.

    Ob sich irgendetwas zum Besseren gewendet hätte, wissen wir jedoch nicht.

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