Erdgasförderung: Kreiszeitung wieder mit vielen Spekulationen

In den letzten Jahren lässt sich ein Trend in der Berichterstattung über Erdöl- und Erdgasprojekte in den Medien erkennen, der in erster Linie von Spekulationen geprägt ist. Dadurch werden viele Gegenbenheiten verdreht oder weggelassen, so dass in der Regel ein Tenor ertönt, der die Suche und Förderung von Kohlenwasserstoffe kritisch beäugen lässt. Die Mediengruppe Kreiszeitung hat gestern wieder einen Artikel veröffentlicht, der dieses eindrucksvoll beweist.

„Erdgasbohrungen bald auch in Achim?“ fragt der Autor Michael Mix gleich in der Überschrift und spekuliert in der kurzen Einleitung weiter, wie schon bald riesige Bohrer sich bis zu 5 000 Meter tief durchs Achimer fressen könnten.

Im weiteren Artikel wird der Autor dann konkreter: Konzerne würden in den Gesteinen unter dem dicht besiedelten Stadtgebiet eine Menge Erdgas vermuten. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) habe bereits 2012 der RWE Dea AG und der Wintershall Holding GmbH jeweils eine Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen in Achim und umzu erteilt – ohne das Stadtverwaltung und Ratsmitglieder davon gewusst hätten.

Diese Nachricht sei jetzt bei den Achimer Grünen wie eine Bombe eingeschlagen und auch große Teile der Bevölkerung seien davon geschockt. Im Folgenden wird auf die Erdgaslagerstätten und die Produktionsbetriebe in den umliegenden Landkreise und den teilweise vorgekommenen Unfällen eingegangen, ehe die Lage der Konzessionen beschrieben wird. Es folgt eine Erläuterung was genau eine Aufsuchungserlaubnis bedeutet.

Enden tut der Artikel mit der Frage des Grünen Parteivorsitzenden Bartram, warum es vorher diese Heimlichkeiten über die Köpfe der Kommunen hinweg gebe. Garniert wird diese Frage mit dem Zusatz, dass es die alten, feudalen Rechte seien, den Königen und Fürsten gehörten schließelich ja auch die Bodenschätze.

Doch ist diese Aufregung wirklich gerechtfertigt oder handelt es sich hierbei wieder mal um einige Missverständnisse? Besonders der Punkt um die Vergabe von „Achim (neu)“ an Wintershall verdeutlicht, dass es bei der Interpretation der Kreiszeitung bzw. beim Grünen Parteichef einige Lücken gibt. Schauen wir uns daher das Erlaubnisfeld, wie es korrekterweise heißt, genauer an.

Karte mit den hervorgehobenen Erlaubnissen Achim (neu), Verden und Werder.

Karte mit den hervorgehobenen Erlaubnissen Achim (neu), Verden und Werder.

Das Erlaubnisfeld „Achim (neu)“ umfasst ein insgesamt 325 Quadratkilometer großes Gebiet, dessen Nordteil an den Südrand von Bremen und Stuhr/Brinkum reicht. Es setzt sich bis Syke fort, verläuft dann weiter in östlicher Richtung, wird dabei etwas schmaler und umfasst im Südteil den Ort Bruchhausen-Vilsen.

Bestehende Erdgasproduktion im Erlaubnisfeld „Achim (neu)“

Wirklich interessant ist momentan nur der nördliche Bereich. Hier befinden sich insgesamt zwei Kohlenwasserstofflagerstätten. Zum einen die bereits aufgegebene Erdgaslagerstätte Syke, die mit insgesamt 4 Bohrungen Erdgas aus dem Zechstein produziert hat. Östlich vom Gasfeld Syke befindet sich die im Buntsandstein in Produktion stehende Lagerstätte Barrien der Wintershall Holding GmbH.

Hier produziert Wintershall seit den 1960er Jahren Erdgas. Das ist alles nichts neues und durchaus bekannt. Um hier tätig zu sein, benötigt das jeweilige Bergbauunternehmen die entsprechenden Erlaubnisse und Bewilligungen. Im Fall von „Achim (neu)“ wurde diese Erlaubnis allerdings nicht wie im Artikel neu vergeben, sondern nur verlängert, was aus dem LBEG-Jahresbericht auch eindeutig hervorgeht.

Hätte Wintershall hier nicht die Erlaubnis, könnte man zum einen kein Erdgas produzieren und die Lagerstätte auch nicht weiterentwickeln.

Letzteres sollte im Jahr 2013 in Angriff genommen werden, indem eine neue Bohrung, die Barrien 15T auf den Buntsandstein angesetzt war. Auf Grund von Problemen wurde die Bohrung allerdings eingestellt. Da die Kreiszeitung über das Bohrprojekt und die Informationsveranstaltungen nicht nur einmal berichtet hat, verwundert es doch schon ein bisschen, dass hier von neuen Bohrungen, insbesonders im Stadtgebiet von Achim, gesprochen wird.

Nur nochmal zur Verdeutlichung: Die Kreiszeitung hat über die ersten Präsentationen der Neubohrung berichtet, informiert, dass sich der Bohrbeginn verzögert, Artikel vom Aufbau der Anlage veröffentlicht und sogar einen Bericht über eine Befahrung der Anlage für die Anwohner mit einer ausführlichen Bilderstrecke versehen. Das ist nur ein Auszug aus den Artikeln zur Barrien 15T. Auf den Internetseiten der Wintershall finden sich ebenso weitere Infos zum Standort Barrien, beispielsweise auf dem Blog über die Heimische Förderung.

Aber bereits vor den Bohrtätigkeiten zur 15T hat die Kreiszeitung über die Erdgasförderung in Barrien informiert, wie zum Beispiel über eine Feuerwehrübung auf einem Sondenplatz der Wintershall.

Es ist schon leicht verwunderlich, dass die Kreiszeitung hier über Projekte in und um Achim spekuliert, wo sie bis vor wenigen Monaten noch über die Bohrarbeiten im Erdgasfeld Barrien berichtet haben.

Prospektion in der Umgebung bestehender Felder?

Aber gehen wir noch zu einer ganz allgemeinen Frage bzw. Tatsache, die auch Laien auffallen sollte, die den Kartenserver zur Info heranziehen, was im Fall der Kreiszeitung offenbar geschehen ist, wie anhand des Screenshots der Konzessionen „Werder“ und „Achim“ ersichtlich ist:

In unmittelbarer Nähe zu den Erlaubnisfeldern befinden sich mehrere, auch recht ergiebige, Erdgaslagerstätten. Hier fällt auf, dass zum einen im Gebiet von Verden und Achim keine Lagerstätten vorhanden sind und hier auch recht wenig abgebohrt wurde. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Lagerstätte Völkersen (Erlaubnis Rotenburg) genau an die Erlaubnis Verden grenzt. Das allesamt sind Informationen, die jeder im Kartenserver des LBEG einsehen kann.

Es wäre also irgendwo nur logisch, wenn den Bergbauunternehmen daran gelegen wäre, auch die Bereiche um Lagerstätten auf mögliche weitere Reserven zu untersuchen. Dies muss nicht zwingend durch Tiefbohrungen geschehen, auch kann eine Neuinterpretation von Seismik-Daten weitere Aufschlüsse und etwaige Möglichkeiten bringen.

Um hier tätig zu werden, benötigt ein Bergbauunternehmen eine entsprechende Erlaubnis. Hier sei im übrigen nochmals erwähnt, dass das Erlaubnisfeld „Verden“ 2012 verlängert wurde, es bestand also schon vorher und wurde nicht neu erteilt, das ist nur bei „Werder“ der Fall, das lässt sich ganz einfach im Jahresbericht 2012 des LBEG recherchieren.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, das nicht zwingend von Tiefbohrungen ausgegangen werden muss. Ehe es hierzu kommen würde, werden vermutlich noch ein paar Jahre vergehen. Ob dann wirklich unmittelbar im Stadtgebiet von Achim gebohrt würde, darf ebenso bezweifelt werden, da es dank der modernen Bohrtechnik möglich ist, gezielt Lagerstätten auch von außen, also mittels gerichteten Bohrungen, zu erreichen. Nur eins sind die „Bohrer“ in diesen Teufen nicht mehr – riesig, da sich mit zunehmender Tiefe der Rohrdurchmesser und somit auch der des Meißels verkleinert.

Anmerkungen/Ergänzungen des Seitenbetreibers: Was beim Artikel auffällt, ist der durchgehend negative Tenor. Das lässt sich insbesondere an folgendem Satz feststellen:

Insbesondere im Flecken Langwedel, wo die RWE-Dea mit dem „Förderbetrieb Niedersachsen“ den Boden in erheblichem Umfang ausbeutet, und benachbarten Gemeinden, aber auch im Landkreis Rotenburg oder in Weyhe, hat die Erdgasförderung weit über das spezielle Fracking-Verfahren hinaus zu erschütternden Begleiterscheinungen wie Erdbeben, Rissen an Häusern, durch Benzol, Quecksilber und andere Schadstoffe verunreinigte Böden und Angst vor Vergiftung des Grund- und Trinkwassers geführt.

Das einzige erschütternde Ereignis, und das im wahrsten Sinne des Wortes, war das Erdbeben im November 2012. Darüber hinaus gab es am Lagerstättenwasser (LaWa)-Leitungsnetz im Bereich des Feldes „Völkersen“ abschnittsweise und räumlich auf einen schmalen Streifen von wenigen Metern begrenzt Kontaminationen des Grundwassers. (was nicht mit Trinkwasser gleichzusetzen ist!) In den Bereichen, wo die Leitungen keinen unmittelbaren Kontakt zum Grundwasser hatten, gab es keine erhöhten Benzolwerte. Letzten Endes wurde festgestellt, dass weder Pflanzen noch Tiere beeinträchtig wurden, oder anders ausgedrückt, dass das Benzol nicht in die Nahrungskette gelangt ist. Dennoch wurde insbesondere beim NDR aber auch in Formaten der Mutter ARD von einem „Umweltskandal“ gesprochen. Über die Entwarnung war bei NDR online hingegen nur eine Kurznachricht zu lesen. Über das umgehend eingeleitete Sanierungsprogramm und dessen Erfolge wird dort gar nicht berichtet.

Ähnliches trifft auf einen Schadensfall im Erdgasfeld „Söhlingen“ zu, das von der ExxonMobil Production Deutschland GmbH (EMPG) betrieben wird. Hier sind an einer LaWa-Leitung bereits 2007 Kontaminationen mit Benzol und Quecksilber dokumentiert worden. Eine Sanierung des 250 Meter langen Streifens erfolgte 2010. Dennoch konstruierte der NDR auch hieraus einen Umweltskandal und eine angebliche Vertuschung des Vorfalls, obwohl im Bericht, der das beweisen sollte, das an der dortigen Verbindungsstraße aufgestellte Baustellenschild zeigte. Als „Beweis“ für die Vertuschung sollte dienen, dass die dort aufgeführte Rufnummer nicht zum Verantwortlichen der EMPG führt. Für mich sah der Anruf, der angeblich bei einer anderen Person einging, fingiert aus.

Welche die „anderen Schadstoffe“, die der Artikelschreiber anführt, sind, bleibt sein Geheimnis. Es sind lediglich diese beiden Kontaminationen außerhalb von Betriebsgeländen bekannt und es wurden dabei Benzol bzw. Benzol- und Quecksilberverunreinigungen dokumentiert. Die von Michael Mix erwähnte Angst vor Trinkwasserverunreinigung ist meiner Ansicht nach eine Folge der dramatisierten Berichterstattung im Fernsehen, aber auch bei der Kreiszeitung. Sachlich nachvollzihebar ist sie nicht, da sämtliche Schadensfälle außerhalb von Wasserschutzgebieten erfolgten und räumlich sowohl horizontal als auch vertikal eng begrenzt waren. Hinzu kommt, dass meiner Ansicht nach Bürgerinitiativen mit ihren Spekulationen jenseits technischen und geologischen Sachverstandes bei vielen Mitbürgern auf fruchtbaren Boden fallen.

Abschließend bleibt festzustellen, dass die Kreiszeitung zum wiederholten Male mit einem gegnüber den Kritikern recht unkritischen Artikel zum Thema einheimische Erdgasförderung auffällt. Allein in der nun fast abgelaufenen Woche gab es drei weitere Beiträge, die sich vom Grundtenor her negativ mit dem Thema befassten. Dazu an anderer Stelle mehr.

9 Kommentare zu Erdgasförderung: Kreiszeitung wieder mit vielen Spekulationen

  • Die Bodenverunreinigen sind durch die Firmen beseitigt worden und haben keinerlei Gefährdung des Trinkwassers geschweige denn der Anwohner hervorgerufen. Tägliche Freisetzung von BTX , durch PKW/LKW Unfällen, Tankstellen, Verbrennungsprozessen im heimischen Kamin, usw.. usf., und die Kontamination des Trinkwassers durch Faulgasanlagen sind anscheinend kein Thema für die Regionalpresse.

    1. SAR sagt:

      Hallo Kelly,

      hierbei „Tägliche Freisetzung von BTX , durch PKW/LKW Unfällen, Tankstellen, Verbrennungsprozessen im heimischen Kamin, usw.. usf.“ musste ich doch sofort an Dr. Hermann Kruse (Kiel) denken, der bei einem Vortrag für die Anti-Gasförderer von einer Null-Toleranzgrenze bei Benzol sprach (http://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/visselhoevede/hier-gibt-keine-toleranz-3081412.html). Wäre ich dort anwesend gewesen, hätte ich ihn gefragt, ob damit die zu fossilen Brennstoffen als Alternative angepriesene Verbrennung von Holz zum Heizen nicht mit sofortiger Wirkung eingestellt werden müsste. Denn schließlich stellt diese, wie Du richtigerweise schreibst, einen Hauptemittenten für Benzol dar. Die dummen Gesichter der „Umweltbesorgten“ hätte ich zu gerne gesehen. Leider finden solche Veranstaltungen meistens wochentags statt und sind leider von meinem Wohnort zu weit entfernt. Ich würde dort sonst gerne unbequeme Fragen stellen. Aber wahrscheinlich würde ich eh nur einen „Shitstorm“ ernten und niedergebrüllt werden. „Bei Holz- und anderen Feststofffeuerungen treten Benzol- Emissionen vor allem dann auf, wenn viel Kohlenmonoxid im Abgas enthalten ist. Betroffen davon sind insbesondere Kamin- und Kachelöfen, die mit stückigem Holz oder mit Kohle betrieben werden“ http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_10_benzol.pdf

  • Dirk Weißenborn sagt:

    Seit Jahresbeginn 2014 gab es deutschlandweit sechs, z.T. erhebliche Havarien auf den Faulgasanlagen. Im Kreis Segeberg „verliessen“ 2 Millionen Liter Gülle die Anlage über ein defektes Ventil.

    Trotz aller Subventionen über Strompreis und die eigesetzten Rohstoffe sind zahlreiche Betreiber offenbar nicht in der Lage, einen ausreichenden Sicherheitsstandard zu erreichen.

    Bis vor kurzem durften in Niedersachsen Faulgasanlagen sogar in der äußeren Schutzzone III von Trinkwassergewinnungsgebieten genehmigt werden. In einem Fall sogar noch im Sommer letzten Jahres. Wo? Bei Groß-Meckelsen im Landkreis Rotenburg-Wümme im „Anti-Fracker-Land“.

    Dort herrscht jetzt Sorge um das Trinkwasserreservoir in der Rotenburger Rinne. Nun verfügt der anstehende Geschiebelehm auf der Fläche über eine gewisse Schutzfunktion hinsichtlich des Grundwassers. Auf alle Fälle aber wären bei einer Havarie die Oberflächengewässer erheblich betroffen.

    Aber in Gülle und Co. fehlen ja die bei den „Antigasbohrern“ so beliebten BTEX-Aromaten und das Quecksilber.

    Wer sich die Quelle der Informationen mal ansehen möchte, sei auf die folgende Adresse hingewiesen:

    http://tinyurl.com/os2nj48

    1. Barnstorfer sagt:

      Hallo Herr Weißenborn,

      ich frage mich ja immer wieder, was die Biogasbetreiber für Sicherheitsvorkehrungen treffen, wenn dort mal H2S austreten sollte. Ich suche bisher noch vergeblich Windsäcke… Mich würde auch interessieren, wo es da die Fluchtfilter, die ja eigentlich immer mitzuführen wären, oder Selbstretter sind, sollte man arbeiten vornehmen, wo man nicht unmittelbar flüchten kann, sollte es einen Gasaustritt geben… Und von den Beatmungsgeräten will ich mal lieber gar nicht reden…

  • Christian Manke-Hensel sagt:

    Ach Herr Weißenborn,
    nicht nur im Kreis Rothenburg,auch im Kreis Diepholz gibt es diesen Fall.
    Ca 1 km vor meiner Haustür wurde 2012 eine BGA errichtet deren Grundstücksgrenze an eine 3 Meter breite Straße grenzt.Ab dieser 3 Meter Straße beginnt das Wasserschutzgebiet nach weiteren 400 Metern steht dort dann das Wasserwerk Spreckel.Sollte diese BGA havarieren wird das,so denke ich,gravierende Folgen haben.

    1. Barnstorfer sagt:

      Die BGA in Wietingshausen finde ich ja auch nicht schlecht, die da direkt am Haus steht…

  • Christian Manke-Hensel sagt:

    Hallo Barnstorfer,
    In Wietingshausen finde ich die Konstellation aus Windrädern,BGA und Versenkbohrung sehr interessant…..vor allem den Aspekt von 1 Mal H2S bergamtlich und unter allen Sicherheitsvorkehrungen unterirdisch und 1 Mal Null überwacht oberirdisch….

    1. Dirk Weißenborn sagt:

      Hallo Herr Barnstorfer, hallo Herr Manke-Hensel,

      ja, wir sehen eine völlige Schieflage an sachlicher Wahrnehmung bei den „Antigasbohrern“. Diese sollten sich besser in „Antifaulgas-Bohrer“ umbenennen und die Anlagen in ihrer Nähe unter die Lupe nehmen.

      Die Genehmigungspraxis der Faulgasanlagen, meist durch die zuständige Gewerbeaufsicht, ist als geradezu lausig zu bezeichnen. Ebenso auch der Sicherheitsstandard und die Aufsicht. Jede mit tierischen Abfällen beladene Anlage erzeugt zwangsläufig H2S. Da kann man nur hoffen, dass die Aminwäsche funktioniert. Allerdings wird das H2S anschließend in die unmittelbare Umgebungsluft abgegeben. Die Gewerbeaufsicht hat dies in einem hiesigen Genehmigungsverfahren gar nicht nicht betrachtet. Das wäre aber notwendig, denn die Anlage wurde in einer Sandgrube genehmigt, die acht Meter unter der umliegenden Geländesohle liegt. Senke!

      Formaldehyd aus dem BHKW-Betrieb in einer Sandkuhle. Notfackel ragt nur zwei Meter über die Kante des höher gelegenen Geländes. Im Sommer trockener Wald drumherum.

      Aber das Beste ist: Bei „Verlust“ an Flüssigkeiten liegt nur 400m entfernt ein kleines Flüsschen, welches bald darauf in ein Naturschutzgebiet mündet. Ob die Anlage geeignet ist, im Worst-Case-Szenario, ALLE auslaufenden Flüssigkeiten auf dem Gelände aufzufangen, wage ich zu bezweifeln.

      Und für solche, vom Stromkunden zwangssubventionierte „Giftbomben“ gibt es auch nur eine unklare Rückbauverpflichtung. In bestimmten Fällen könnte die jeweilige Gemeinde auf den Kosten sitzenbleiben, besonders wenn der Faulgasanlagenbetreiber insolvent sein sollte.

      Und die Gärreste mit Antibiotikarückständen, Keimen (ESBL) und Herbizidrückständen mit wertlosem C/N Verhältnis dürfen auf die Äcker gekippt werden. Da ist die Kontrolle auch nicht gerade in jedem Moment gegeben.

      Aber 5000m darunter soll nach Meinung bestimmter „Experten“ nicht gefract werden dürfen.

      Ich weiß nicht, ob man diesen Widerspruch mit mangelnder oder mit übermäßiger Bildung erklären kann.

      mfG

      1. Barnstorfer sagt:

        Wenn das in einer Kuhle liegt, dürfte das H2S-Problem noch größer sein. Wobei ich mich eh frage, ob da bei einer Notfallsituation auch Alarmierungspläne greifen würden, wo festgelegt ist, wer wo und wann alarmiert wird. Aber das sind so die lieben Sachen, die man nicht verstehen muss.

        In Völkersen gibts das ja auch. da hat RWE Dea zugesagt in 5000m das LaWa zu verpressen und den Damen und Herren von der BI ist das anscheinend noch nicht genug, wie mir zugetragen wurde.Da möchte man ja, das die „Zusatzstoffe“ wie das Quecksilber an der Lokation vom Wasser getrennt und dann abtransportiert und entsorgt werden. Dafür hat man dann aber fast reines, konzentriertes Quecksilber, nicht schön verdünnt als wässrige Lösung. Hier fragt man sich auch nur, ob die Leute wissen, was sie eigentlich fordern und wollen.

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