In eigener Sache…

Wir schreiben das Jahr 2012. Genervt von Dramatisierungen und Desinformationen bezüglich der inländischen Erdgasgewinnung im Allgemeinen und dem Verfahren Hydraulic „Fracking“ Fracturing im Speziellen beschloss ich, diesen Blog als Gegenpol zu starten. Entscheidend ist dabei Unabhängigkeit sowohl von „Ökolobbyisten“ auf der einen Seite als auch von den Unternehmen auf der anderen. Denn ansonsten ist die Glaubwürdigkeit dahin.

Unabhängig bedeutet allerdings nicht, dass dieser Blog neutral ist. Er ist ganz eindeutig pro Erdöl- und Erdgasgewinnung im eigenen Land und wenn notwendig vor der eigenen Haustür, ausgerichtet. Mit Ausnahme eines Co-Autoren sind oder waren alle anderen Autoren in Gebieten zu Hause, in denen Erdöl gefördert wurde (Wietze) oder heute noch Erdgas (Altmark) bzw. Erdöl und Erdgas (LK Diepholz) gewonnen wird. In der Erdöl-Erdgas-Branche tätig ist allerdings keiner von uns.

In meinem Fall wurde Erdgas zwischen 1987 und 1993 tatsächlich mehr oder weniger vor der Haustür gewonnen, und zwar in nur 400 Meter Entfernung von meinem Elternhaus. Die Bohrung existiert noch heute, ist aber bereits 1993 außer Produktion genommen worden. Beeinträchtigungen gab es nur während der Bohrphase (dieselbetriebene rumänische Bohranlagen waren ziemlich laut, Schallschutz interessierte in der DDR nicht) und ein einziges Mal während der Förderphase 1992, als am späten Abend Gas abgeblasen werden musste. Das hörte sich an, als ob ein Düsenjäger startet, war aber nach wenigen Minuten wieder vorbei.

Jedenfalls verhält es sich so, dass ich mich von Kleinauf für die Erdgasgewinnung mit allem drum und dran begeistern konnte. Besonders fasziniert war ich von den Bohranlagen, von denen in den 80er Jahren ca. 10 gleichzeitig in der Altmark im Einsatz waren. Dass seinerzeit auch mehrere Bohrungen gefract wurden (Stichwort „Fracking“), um günstigere Fließwege für das Erdgas zu schaffen, davon habe ich nichts mitbekommen, genausowenig wie die übrigen Bürger im Bereich der Erdgaslagerstätte. Die stets von „Fracking“-Gegnern als unvermeidbar angeführten Umweltfolgen durch die Fracarbeiten sind auch nach Jahrzehnten ausgeblieben.

Über die Jahre wurde aus dem Interesse ein Hobby, was soviel bedeutet dass in der Freizeit Fachwissen zusammengetragen wurde. Hilfreich war dabei mein erfolgreich absolviertes Studium der Geowissenschaften. Das dabei erlernte Verständnis vom Aufbau des Untergrundes sowie dort ablaufenden Prozessen ist außerdem eine tragende Säule dieses Blogs.

Doch warum eigentlich dieser persönlich gehaltene Beitrag? Die Antwort ist simpel. Um auf dem Laufenden zu bleiben was das Thema Erdöl- und Erdgasgewinnung in Deutschland betrifft, informiere ich mich nicht nur auf den Seiten der Unternehmen, sondern auch bei verschiedenen lokalen bis überregionalen Medien (Medienkritik ist eine weitere tragende Säule des Blogs) sowie auf den Seiten der Gegnerschaft inländischer Kohlenwasserstoffgewinnung. Und auf der führenden Facebook-Seite der Gegner namens „stopp fracking“ entdeckte ich Folgendes (LINK):

was der #StevenArndt berichtet wird immer peinlicher. Auf seinem Blog http://erdoelerdgasdeutschland.wordpress.com/ steht Folgendes. Es hat aber wenig mit Demokratie zu tun, wenn eine kleine lautstarke, gut organisierte Minderheit für sich beansprucht, die Stimme des Volkes zu sein, …. Wir stellen fest: 650.000 Stimmen sind eine kleine lautstarke. gut organisierte Minderheit!! lächerlich

Prinzipiell würde mich eine solche persönliche Diffamierung (allein schon einen bestimmenden Artikel vor einen Namen zu setzen ist abwertend) nicht weiter stören. Schließlich gibt es auch von meiner Seite die ein oder andere Spitze in Richtung der Gegnerschaft. Es stört mich auch nicht weiter, dass meine Beiträge ohne Begründung als „peinlich“ bezeichnet werden.

Was mich allerdings stört ist, dass man auf die Diffamierung nicht direkt reagieren kann. Schließlich wurde mein Facebook-Account unter dem Pseudonym „Istvan Adler“ recht zügig gesperrt. Ich weiß es aber auch von anderen FB-Nutzern, dass sie nach einigen unbequemen Kommentaren gesperrt wurden. Gegenmeinungen, wie sie in einer demokratischen Gesellschaft toleriert werden, werden bei den „Fracking“-Gegnern einfach unter den Teppich gekehrt. Nicht umsonst schrieb ich im Artikel, aus dem „Stopp Fracking“ zusammenhangslos und damit verzerrend zitiert:

Die Reaktionen auf die Berichte der “Panorama”-Formate der selbsternannten “Anti-Fracking-Bewegung” sollten Mahnung genug sein, dass es sich nicht um tolerante Demokraten handelt, sondern um Ideologen, die keine abweichende Meinung oder gar fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, die ihren Ansichten widersprechen, zulassen. Ein solches Verhalten ist kein Charakteristikum demokratischer Gesellschaften sondern ein Kennzeichen totalitärer Systeme.

Erdgasfördersonde "Peckensen 4" Fundbohrung des Lagerstättenkomplexes Altmark chef79

Erdgasfördersonde „Peckensen 4“ Fundbohrung des Lagerstättenkomplexes Altmark ©chef79

Im Gegenzug dürfen übrigens nach wie vor die Gegner, allen voran der Administrator von sowohl Gegen-Gasbohren.de als auch Stopp Fracking, Herr Mathias Elshoff (Bäckermeister, ehrenwerter Beruf) sowie der Oberpöbler Horst Bauhof weiterhin auf der zu diesem Blog gehörenden Facebookseite kommentieren. Gesperrt wurde nur eine einzige Person aufgrund wiederholter persönlicher Diffamierungen. Verfasser von Argumenten werden anders als bei Stopp Fracking nicht ausgesperrt. Das ist allein damit begründet, dass ich mich als „Chefdemokraten“ verstehe, der auch Meinungen von der eigenen abweichende zulässt.

Ein weiterer Grund für diesen Beitrag ist ein „Tweet“ (auf Twitter natürlich) von Jürgen Döschner:

Wer unter falschem Namen Web-Seiten betreibt u PR f Gas-Ind macht, Herr Arndt alias Istvan Adler, sollte sich trollen…

Hintergrund hierbei ist ein Beitrag von Jürgen Döschner bei WDR5. Dieser Beitrag sollte zusammen mit einem im ARD-Politikmagazin „Monitor“ ausgestrahlten die sachlichen Berichte bei „Panorama“ kontern. Da Döschner allerdings nur die Autoren wegen angeblicher Verbindungen zu ExxonMobil, selbst wenn diese jahrelang zurückliegen und genannte  Firmen im WWW nicht zu finden sind, als befangen diffamiert aber keine Gegenargumente anführen kann, ist der Beitrag an sich hinfällig. Klischees statt Fakten sind das A & O von Döschner. Erläutert hier: Jürgen Döschner im WDR-Interview zum “Fracking” – Klischees statt Fakten

Zum Vorwurf des Betreibens einer Website unter falschem Namen: Das ist eine schwerwiegende Anschuldigung. Die hiesige Website wird unter Klarnamen betrieben und die Anschrift ist korrekt. Das schreibt das Telemediengesetz so vor. Allein aus mangelndem Interesse an Abmahnungsgebühren ist das Impressum nicht anfechtbar. Döschner reagiert wie seine Freunde von gegen-gasbohren.de (hier Beleg für die Verbändelung) gereizt und diffamierend. Er wünscht sich Kritiker seiner unfundierten Polemiken hinfort.

Von der Polemik Döschners infiziert fühlten sich die „Stopp Fracking“-Aktivisten auf den Plan gerufen und dachten sich zu den „Panorama“-Beiträgen äußern zu müssen:

Liebe #Panorama Redaktion, haben die dieses Interview von Jürgen Döschner schon gehört? Ihr so hoch gelobter NEUTRALER Gutachter Uwe Danwolf hat große Verbindungen zu ExxonMobil!! Deshalb heute unbedingt #MONITOR anschauen!!! 

Döschner behauptet zwar, dass Dannwolf (nicht einmal den Namen kann der Bäckermeister richtig schreiben) in einem Serviceunternehmen namens AMEC tätig war. Inwiefern dieses Unternehmen und Herr Dannwolf selbst mit ExxonMobil verbändelt war, erklärt Döschner nicht. Er stellt einfach eine Behauptung in den Raum mit der Hoffnung, dass irgend etwas von der Diffamierung hängen bleibt.

Im Übrigen: Gibt man bei Google „Exxon Dannwolf AMEC“ ein findet man als Erstes Döschners Polemik!

 

 

2 Kommentare zu In eigener Sache…

  • Walter Stephan sagt:

    Nun schreiben wir das Jahr 2014, und dieser Blog ist erfolgreich seit seinem Bestehen. Hier schreibt ein geowissenschaftlich Ausgebildeter über geologische Fragen und nicht jemand, der glaubt und versucht Andere glauben zu machen, dass er – weil er als Journalist seit einiger Zeit über energetische Fragen schreibt oder spricht – ein Energieexperte sei. Leider erleben wir in unserer Zeit immer mehr, dass jeder Politiker und jeder Medienvertreter auftritt, als ob er alles kann und alles weiß. So erklärte die als Baumschul- und Landschgaftsgärtnerin ausgebildete Europaabgeordnete der Grünen, Rebecca Harms, alässlich eines Besuchs auf der Bohranlage Barth 11 der CEP GmbH am 02. Mai 2014 gegenüber der OSTSEE_ZEITUNG im Rahmen ihrer Abkehnung der Erdölförderung, dass „vor dem Darß“ außerdem die Gefahr bestehe, dass durch die Förderung „gefährliches Methan freigesetzt“ würde. „Und (Zitat) das ist sehr schädlich fürs Klima, erdölförderung ist fatal.“ Das hatte i9hr offensichtlich Herr Dr. Fabian Czerwinski (auf dem gebiet der Optik promovierter Physiker und Leiter des Arbeitskreises Erdöl MV bei den Grünen Vorpommern-Rügen) vorgesagt, der mit derartigen Äußerungen schon vorher hausieren ging. Ich habe ja nichts dagegen, dass andere Leute eine andere Meinung haben als ich und diese auch vertreten; aber bitte schön nicht als absolute Wahrheiten ausgeben, wenn sie auf diesem Gebiet weder eine Ausbildung noch berufliche Erfahrung haben. Und was Herrn Döschner betrifft, der deine Meinung von der kleinen lautstarke, gut organisierten Minderheit von 650.000 Unterschriften ins Lächerliche ziehen will, den muss man einmal daran erinnern, dass es lt. Statistischem Bundesamt im Jahr 2013 zur Bundestagswahl in der Bundesrepublik 61,8 (in Worten einundsechzig Millionen und 600.000) Millionen Wahlberechtigte gab, das bedeutet, dass nur etwas mehr als die Nachkommastelle (!!!) bzw. 1,05 % der wahlberechtigten, also mündigen Bürger nach Herrn Döschner tatsächlich beansprucht, Stimme des Volkes zu sein!
    Lassen wir das, Steve, mach weiter so und lass dich nicht unterkriegen!

    1. SAR sagt:

      Danke Walter.

      Wir, Dirk Weißenborn, (ebenfalls geowissenschaftlich ausgebildet, sogar Geologe) sowie Markus (auch in Geowissenschaften nicht unbeleckt, aber eher der technische Fachmann) und natürlich ich machen weiter.

      Leider fehlt die Zeit, um alle Ideen und Gedanken umzusetzen bzw. niederzuschreiben.

      Gruß in die Stadt am Sund. Bin ich gestern erst durchgekommen.

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