Wintershall-Erdgasbohrung Päpsen Z2 wird vorbereitet

Die Boharanlage ITAG-Rig 27 soll die Erdgasbohrung Päpsen Z2 abteufen

Zwischen Nienburg und Sulingen befinden sich mehrere Erdgaslagerstätten. Diese sind teilweise an Sandsteine des Buntsandstein sowie an das Staßfurt-Karbonat des Zechstein geknüpft. Zu diesen Lagerstätten zählt das bereits 1973 aufgeschlossene Erdgasfeld “Staffhorst-Nord/Päpsen”. Aus diesem wird Erdgas aus dem Staßfurt-Karbonat gewonnen. Nun soll die Erdgasbohrung Päpsen Z2 zur weiteren Erkundung der Lagerstätte abgeteuft werden, wie das Unternehmen Wintershall am 10.09.2015 mitteilte.

Bevor die Entscheidung zur Durchführung der Bohrung gefällt wurde, sind vorhandene Daten ausgewertet worden. Diese deuten darauf hin, dass die Erdgaslagerstätte “Päpsen” mit der Lagerstätte “Staffhorst-Nord” in Verbindung steht und deshalb zusätzliche förderbare Erdgasvolumina zu erwarten sind. Um diese aus den Daten interpretierten Vermutungen zu bestätigen, ist die Durchführung der genannten Bohrung erforderlich.

Dazu ist in diesen Tagen mit dem Bau des asphaltierten Bohrplatzes begonnen worden. Dieser befindet sich laut Mitteilung der Wintershall zwischen Staffhorst sowie dem namensgebenden Siedenburger Ortsteil Päpsen. Die Arbeiten zur Herrichtung des Platzes der Erdgasbohrung Päpsen Z2 sollen ca. acht Wochen umfassen  und der Beginn der Bohrarbeiten ist für Dezember 2015 anberaumt. Für die Umsetzung der Bohrarbeiten sind laut Wintershall 140 Tage eingeplant, um den Zielhorizont der Erdgasbojrung Päpsen Z2 zu erreichen.

Dieser befindet sich in ca. 3.850 Metern vertikaler Teufe. Die Länge des Bohrpfades selbst soll 4.770 Meter betragen. Die Differenz zwischen vertikaler Teufe und tatsächlicher Bohrpfadlänge ist dem Umstand geschuldet, dass das Trägergestein teilweise horizontal aufgeschlossen werden soll. Das geht aus dem Info-Flyer der Wintershall zum Vorhaben hervor. Horizontale Lagerstättenaufschlüsse haben den Vorteil, dass mit einer einzelnen Bohrung ein größerer Lagerstättenausschnitt angefahren und im Falle einer Fündigkeit drainiert, also abgefördert, werden kann.

Die Erdgasförderung hat in der Region eine 50-jährige Tradition. Seit 1965 wird dort überwiegend als “Sauergas” bezeichnetes Erdgas gewonnen. Darunter ist Erdgas zu verstehen, das mindestens 1 Volumenprozent Schwefelwasserstoff beinhaltet. Schwefelwasserstoff wirkt nicht nur korrosiv, was besondere Anforderungen an das eingesetzte Material erfordert, sondern ist auch giftig. Das wiederum erfordert gewisse Sicherheitsvorkehrungen wie z.B. den Einsatz von Hochfackeln, über die bei laufender Produktion im Aufbereitungsprozess abgeschiedene Gase verbrannt werden.

Zudem ist eine spezielle Aufbereitung des Sauergases erforderlich. Diese erfolgt in der Erdgasaufbereitungsanlage Großenkneten südlich von Oldenburg. Dort wird in einem physikalisch-chemischen Verfahren in sogenannten Claußanlagen der Schwefelwasserstoff aus dem Erdgas entfernt und zu reinem Schwefel umgewandelt. Dieser dient als Grundstoff für die chemische Industrie und geht über den Weserhafen Brake zu großen Teilen in den Export.

Neben der Sicherheit aufgrund des sehr wahrscheinlichen Vorhandenseins von Schwefelwasserstoff spielt selbstverständlich auch der Umweltschutz eine prioritäre Rolle. Dementsprechend wird der Bohrplatz so ausgestaltet, dass im inneren Bereich keine Flüssigkeiten ins Erdreich einsickern können und den Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes entspricht.

Abschließend zusammenfassend Fakten aus dem genannten Infoflyer:

  • Bohrbeginn: Dezember 2015
  • Bohrdauer: ca. 140 Tage
  • Voraussichtliche Bohrungslänge: 4.770 Meter
  • Tiefe des Trägergesteins: ca. 3.850 Meter
  • Temperatur im Trägergestein: 144° C
  • Lagerstättendruck: ca. 265 Bar
  • Bohranlage: ITAG Rig 27

Von unserer Seite ein bergmännisches “Glück Auf!” dem Vorhaben.

 

Artikelfoto: ITAG-Rig 27 auf Erdgasbohrung “Goldenstedt Z23”