Bohranlage T-160 der DEA auf dem Abstellgleis

Bohranlage T-160

Gegner der inländischen Erdgasgewinnung wird diese Nachricht freuen, was die heimische Explorations- und Produktionsinustrie betrifft, könnte sie einen weiteren Schritt in den im Wesentlichen politisch bedingten Niedergang des Industriezweiges bedeuten. Die Deutsche Erdöl AG, kurz DEA, meldet, dass die betriebseigene Bohranlage T-160 für zunächst zwei Jahre stillgelegt.

Zuletzt war die Anlage auf der Erdgasbohrung „Völkersen Z8“ im Einsatz, um diese aus dem 2005/2006 erstellten Stammloch zur „Völkersen Z8a“ zur Erschließung eines anderen Lagerstättenbereiches abzulenken. Eigentlich sollte im Anschluss die nicht fündige „Völkersen-Nord Z4a“ zur „Völkersen-Nord Z4b“ abgelenkt werden. Doch dieses Vorhaben wurde offenbar bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Den konkreten Zeitpunkt der Wiederinbetriebnahme der Bohranlage T-160 hält DEA offen und macht sie abhängig von der Entwicklung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie der Entwicklung des Preisniveaus fossiler Energieträger, so die Pressemitteilung. Ferner dürften, auch wenn es aus der Pressemitteilung nicht ableitbar ist,  künftige politische Entscheidungen auf Bundesebene hinsichtlich der Erdgasgewinnung im Inland eine Rolle spielen. Denn seit nunmehr fünf Jahren wird in Deutschland die Fortentwicklung der Erdgasgewinnung durch Aussitzen von Entscheidungen, die die schon heute strengen Auflagen verschärfen sollen, blockiert.

Laut DEA sind die Mitarbeiter über die Stillegung der Anlage informiert und es würden alternative Arbeitsstätten im Unternehmen angeboten, beispielsweise auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer.

Bereits vor knapp eineinhalb Jahren meldete der DEA-Vorgänger RWE-DEA die Stillegung der Bohranlage T-160 informiert. Jedoch währte die Stillegung damals von relativ kurzer Dauer. Nur knappe zwei Monate nach der Ankündigung erfolgte die Errichtung auf der Bohrung „Völkersen-Nord Z7“. Wir berichteten darüber im März 2015 (Erdgasbohrung Völkersen-Nord Z7 startet in Kürze).

Dass das gegenwärtige Stillegungvorhaben ebenfalls von eher kurzer Dauer sein wird, ist unwahrscheinlich. Die Weltmarktpreise für fossile Energieträger scheinen bis auf weiteres auf relativ niedrigem Niveau zu verharren und eine politische Entscheidung zur Zukunft der Erdgasgewinnung in Deutschland ist nicht abzusehen.

Informationen zur T-160 (von DEA übernommen):

Die Bohranlage T-160 zählt zu den stärksten Bohranlagen Europas. Die elektrisch betriebene Tiefbohranlage mit einer Antriebsleistung von über 6.300 Kilowatt macht auch stark abgelenkte Bohrungen sowie Horizontalbohrungen mit Längen von mehr als 6.000 Metern möglich. Der Bohrturm der T-160 ist rund 62 Meter hoch.

Artikelfoto: Bohranlage T-160 bei Schülingen, Mai 2015, ©chef79