Vermilion Energy informiert über Bohrvorhaben

Burgmoor Z3a, Vermilion Energy Beteiligung 25 Prozent

Die Vermilion Energy Germany GmbH & Co. KG (Vermilion Energy) ist 2014 als Tochtergesellschaft der kanadischen börsennotierten Vermilion Energy Inc. gegründet worden. Seit Ende 2016 ist die Gesellschaft Teilhaber an 9 Erdöl- sowie 4 Erdgaslagerstätten in Niedersachsen, wovon sie in fünf Erdölfeldern im Raum Osthannover sowie drei Erdgasfeldern in Ostfriesland als Betreiber fungiert. Zudem war Vermilion Energy an den Bohrungen Burgmoor Z3a sowie Deblinghausen Z7a zu je 25 Prozenbt beteiligt. Nun gab das Unternehmen bekannt, 2018 sowie 2019 eigenoperierte Erdgas-Explorationsbohrungen  durchführen zu wollen.

Teilfeldsuchbohrung Burgmoor Z5 im ersten Quartal 2019 geplant

Erdgasbohrung Burgmoor Z3a bei Nacht. Foto: Markus Stahmann

Vor wenigen Tagen führte das Unternehmen in der Gemeinde Bahrenborstel eine Informationsveranstaltung zur geplanten Teilfeldsuchbohrung „Burgmoor Z5“ durch. Ziel des Vorhabens ist es, eine vermutete Erdgaslagerstätte in unmittelbarer Nachbarschaft der bekannten Zechstein-Lagerstätte Burgmoor/Uchte nachzuweisen. Konkrete Arbeiten sind ab September 2018 mit Beginn des Bohrplatzbaues geplant. Sofern sämtliche Genehmigungen vorliegen und alles nach Plan läuft, könnte mit der Bohrung im ersten Quartal 2019 begonnen werden.

Über die Informationsveranstaltung berichtet die Diepholzer Kreiszeitung erfreulich sachlich und umfassend mit dem Artikel „Erdgassuche ohne Fracking in der Gemeinde Bahrenborstel“ vom 07.02.2018. Demnach soll die Bohrung bis in eine vertikale Teufe von ca. 3.200 m niedergebracht werden, um zu prüfen, ob Erdgas in wirtschaftlich förderbaren Mengen vorhanden ist. Sollte dies der Fall sein, müssten kein Fracbehandlungen (umgangssprachlich „Fracking“) zur Erdgasgewinnung durchgeführt werden. Allein die geologischen Bedingungen ließen keine Maßnahmen zur künstlichen Risserzeugung mittels hydraulischen Drucks zu, betonte das Unternehmen.

Ziel der Bohrung sind Speichergesteine des Zechstein, wie sie in der Region gasführend verbreitet sind. Anders als im Kreiszeitung-Artikel geschriebn, ist „Zechstein“ keine Art Kalkstein, sondern ein erdgeschichtlicher Abschnitt. Diesem gehören auch Kalksteinablagerungen hinzu, wie z.B. das Staßfurtkarbonat des zweiten Zechstein-Zyklus (deshalb auch mit Ca2 abgekürzt). Dieses poröse und oft auch klüftige Staßfurtkarbonat fungiert in der Region als Erdgasspeichergestein.

Ferner lieferten die Vertreter von Vermilion Energy Informationen über die Lokation der geplanten Bohrung und gaben Auskunft zum Schutz von Umwelt und Mensch. Warum keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden müsse, ist ebenfalls erläutert worden. Eine   UVP-Vorprüfung unabhängiger Gutachter aus dem Jahr 2015 habe ergeben, dass eine UVP nicht erforderlich sei.

Ortsfremde Erdgasförderungsgegner bezweifeln Aussagen von Vermilion Energy

Erdgasbohrung Burgmoor Z3a. Foto: Markus Stahmann

Diese Ausführungen schienen einige Gäste der Veranstaltung überhaupt nicht zu interessieren. Und ziemlich offensichtlich waren diese sehr wahrscheinlich Ortsfremden an einer sachlichen Informationsveranstaltung überhaupt nicht interessiert. Nach Darstellung des Kreiszeitungsartikels fielen sie anderen ortsansässigen Gästen, von denen viele in der Erdöl- und Erdgasindustrie tätig waren oder sind, unangenehm auf. Grundsätzlich zweifelten sie jede Äußerung der Vermilion-Vertreter an.

Wegen des regionalen Hintergrundes ist davon auszugehen, dass sich Vertreter der Anti-Gasförderungs-Bürgerinitiative (BI) „No Moor Fracking“ bei der Veranstaltung eingefunden haben, um mit absurden Behauptungen und Unterstellungen zu versuchen, die Unternehmensvertreter bloßzustellen. Einer der führenden Köpfe dieser BI ist Thorben Gruhl aus dem jenseits der Weser liegenden Leese, der gerne durch die Lande selbst bis nach Mecklenburg-Vorpommern reist, um bei ähnlichen Veranstaltungen zu provozieren. Wir von Erdöl-Erdgas-Deutschland konnten vor ziemlich genau fünf Jahren Herrn Gruhl und einige seiner Mitstreiter auf einer Informationsveranstaltung zum Wintershall-Tightgas-Projekt „Düste Z10“ des Kreistages Diepholz live erleben. Die Darstellung der Kreiszeitung entspricht dem von uns Erlebten.

Es ist erfreulich, dass die Kreiszeitung-Redakteurin erkannt hat, dass die mutmaßlichen BI-Vertreter nichts weiter im Schilde führten, als gegen das Vorhaben Stimmung zu machen. Das Problematische ist, dass ein Provokateur wie Herr Gruhl bestens bis in die Bundespolitik vernetzt ist. Unter anderem fungierte er als eine Art Adlatus des ebenfalls aus Leese stammenden jetzigen Kultusministers von Niedersachsen Grant Hendrik Tonne (SPD) im Kampf gegen „Fracking“. Offenbar gute Kontakte pflegt Gruhl auch zum Bundestagsabgeordneten und „Fracking-Experten“ Hubertus Zdebel (Die Linke), dessen Pressemitteilungen regelmäßig beim Portal der „Fracking“- und Erdgasförderungsgegner mit dem vielsagenden Namen „Gegen Gasbohren“ publiziert werden.

Unter dem Artikel ist ein aus unserer Sicht zutreffender Kommentar der Autorin zu finden.

Explorationsbohrung bei Bad Fallingbostel noch 2019?

Erdgasförderbohrung (Beispiel). Foto: Steven Arndt

Ebenfalls am 5. Februar 2018 gab Vermilion Energy bekannt, bei Bad Fallingbostel eine Explorationsbohrung durchzuführen. Dazu soll es, ebenso wie in Bahrenborstel eine Informationsveranstaltung geben, welche am 20. Februar durchgeführt wird.

Die Bohrlokation soll sich im Erlaubnisgebiet „Hamwiede“ befinden. Angaben zur Zielformation macht das Unternehmen in seiner Mitteilung nicht. Aufgrund der Lage ist davon auszugehen, dass Sandsteine des unterpermischen Rotliegend das Ziel der Erkundungsbohrung sind. Diese sind in der Region verbreitet gasführend und enthalten oft wirtschaftlich nutzbare Vorkommen. Eventuell könnten auch ältere Sandsteine des Oberkarbon Ziel der Bohrung sein. Diese enthalten mit der Lagerstätte „Hamwiede“ ein wirtschaftliches Erdgasvorkommen. Sandsteine des untertriassischen Buntsandstein können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Explorationsziel ausgeschlossen werden. Sämtliche Bohrungen in der Region zwischen Rotenburg/Wümme bis Walsrode erwiesen sich auf potenzielle Speichergesteine des Buntsandstein, welche seit den 1960er Jahren bis in die 1990er Jahre abgeteuft worden sind, erwiesen sich als nicht fündig.

Wir behalten die Aktivitäten von Vermilion Energy im Auge und informieren Sie/Euch zu gegebener Zeit hier auf unserem Portal. Glück Auf!

 

Artikelfoto: Erdgasbohrung „Burgmoor Z3a“, an der Vermilion Energy zu 25 Prozent beteiligt war. Foto: Markus Stahmann