Erkundungsbohrung Guhlen 1b wird getestet

Seit 12 Jahren, mit Erteilung der Aufsuchungserlaubnis „Lübben“ in Südostbrandenburg, ist das Unternehmen CEP Central European Petroleum GmbH (CEP) in der Region mit der Erkundung von Kohlenwasserstoffen beschäftigt. Nach 2-D-seismischen Untersuchungen 2009 folgte nach Auswertung der gewonnenen Untergrunddaten die Erkundungsbohrung „Guhlen 1“. Nach weiteren Explorationsarbeiten, die im ersten Abschnitt des Artikels kurz dargelegt werden sollen. Anfang des Jahres ist schließlich die Erweiterungsbohrung „Guhlen 1b“ niedergebracht worden, die nun zur Bewertung der zuvor angetroffenen Kohlenwasserstoffe getestet werden soll.

Bohrung Guhlen 1b Ergebnis umfangreicher Vorerkundungen

Guhlen 1b

Niederbringung der Guhlen 1b. Foto: Steven Arndt, Dezember 2018. Zum Vergrößern anklicken.

Wie bereits einleitend erwähnt ist CEP seit nunmehr 12 Jahren in der Niederlausitz hinsichtlich der Suche nach Erdöl- und Erdgaslagerstätten tätig. Nach 2-D-seismischen Untersuchungen 2009 wurde drei Jahre später nahe der Ortschaft Goyatz auf einer Ackerfläche die Aufschlussbohrung „Guhlen 1“ niedergebracht. Ziel der Bohrung war das Staßfurt-Karbonat (Ca2) im zweiten Zyklus des Zechstein sowie als Nebenziel das erdgeschichtlich ältere, darunter befindliche Rotliegend, dass in einer 12 km westlich gelegenen Bohrung 1981 ölführend angetroffen wurde. Während im Rotliegend keine Kohlenwasserstoffe nachgewiesen werden konnten, ist im Ca2  Öl nachgewiesen worden. CEP spricht daher von einer Ölfündigkeit, während im LBEG-Jahresbeicht 2017 die „Guhlen 1“ als „nicht fündig“ ausgewiesen ist. Dabei ist zu beachten, dass in den Jahresberichten nur dann als „fündig“ bewertet werden, wenn im Test ermittelten Förderraten auf einen wirtschaftlichen Fund schließen lassen.

Nach der Bohrung folgten 2013 in der Region weitere 3-D-seismische Untersuchungen, um ein detaillierteres, räumliches Bild des Untergrundes zu generieren. 2016 folgten dann zunächst mit der Aufschlussbohrung „Märkische Heide 1“, 12 km westsüdwestlich der „Guhlen 1“ sowie der abgelenkten „Guhlen 1a“, weitere Erkundungsbohrungen auf potenziell kohlenwasserstoffführende Strukturen. Während die „Märkische Heide 1“ sowie die 2017 aus dem Stammloch abgeteufte „Märkische Heide 1a“ nicht fündig waren, konnte die Bohrung „Guhlen 1a“ neben Erdöl auch Kondensat (benzinähnliches Leichtöl) sowie Erdgas nachweisen. Die Bohrung ist laut Jahresbericht Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2017 öl- und gasfündig.

Im Anschluss dieses Erfolgs waren von CEP zwei Erweiterungsbohrungen zur weiteren Bewertung des Fundes angekündigt worden. Beide sollten vom bestehenden Platz bei Goyatz, der für drei Bohransatzpunkte hergerichtet ist, niedergebracht werden. Die erste sollte aus dem Stammloch der „Guhlen 1“ abgelenkt werden, also ohne Verwendung eines weiteren Ansatzpunktes. Die Bohrung trägt dementsprechend die Bezeichnung „Guhlen 1b“. Zunächst war geplant, im unmittelbaren Anschluss die „Guhlen 2“ abzuteufen. Doch nach Abschluss der Bohrarbeiten wurde die Bohranlage auf eine Erdgasexplorationsbohrung eines anderen Unternehmens in Niedersachsen umgesetzt. CEP verkündete, dass stattdessen die abgeschlossene Bohrung zunächst getestet werden soll.

Guhlen 1b wir im Mai getestet

Guhlen 1b

Bohrarbeiten Guhlen 1b. Foto: Steven Arndt, Dezember 2018. Zum Vergrößern anklicken.

Bereits am 18.03.2019 gab CEP der Öffentlichkeit in eine Mitteilung bekannt, dass das Unternehmen die Bohrung einem Kurzzeit-Fördertest unterzogen werden soll. Dazu wären vorbereitende Komplettierungs- und Instandhaltungsarbeiten erforderlich. Die seinerzeit noch unkonkret für das Frühjahr 2019 angekündigten Arbeiten standen unter dem Genehmigungsvorbehalt der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR, Cottbus).
Die Genehmigung ist nunmehr erteilt worden, so dass CEP aktuell mitteilt, die Testarbeiten im Mai über einen Zeitraum von drei Wochen durchführen zu wollen. Die Ergebnisse der Testarbeiten sollen weiteren Aufschluss darüber geben, ob das Vorkommen wirtschaftlich zu erschließen sei.

Zum Ablauf der Testarbeiten teilt CEP mit, dass Anlieferung und der Aufbau der Ausrüstung rund vier Tage dauern werden und die LKW-Transporte nicht durch die unmittelbar anliegenden Dörfer erfolgen werden. Nachdem das Bohrloch für den Test vorbereitet worden ist, werden Messgerätefür Druck und Temperatur in die Bohrung eingelassen. Danach folgt der eigentliche Kurzzeit-Test, bei dem über einen Zeitraum von mehreren Tagen Öl aus der Lagerstätte gefördert und vorübergehend in Tanks geleitet wird. Anfallendes Begleitgas wird abgeschieden und über eine eingehauste Fackelanlage (Enclosed Burner) licht- sowie geräuschemissionsarm verbrannt. Dennoch wird parallel eine übliche offene Fackelanlage aus Sicherheitsgründen bereitgehalten, falls die technische Grenze der kleineren Verbrennungsanlage überschritten werden sollte.

CEP richtet Bürgerbüro ein

Wegweiser zum Bohrplatz Guhlen. Foto: Steven Arndt, Juli 2018.

Zu Beginn des Engagements der CEP in Südostbrandenburg standen die lokalen politischen Entscheidungsträger den Explorationsvorhaben des Unternehmens aufgeschlossen gegenüber. Doch im Laufe der Zeit kippt die Stimmung vor allem Dank einer Bürgerinitiative. Diese verunsicherte unter Einbeziehung externer Aktivisten z.B. aus Niedersachsen die Bevölkerung mit Schreckensszenarien und Reportagen des NDR sowie des MDR, die im Rahmen von sogenannten „Informationsveranstaltungen“ dargeboten worden sind.

Dass diese „Reportagen“ durch Auslassungen wichtiger Informationen, Unterstellungen sowie Dramatisierungen (NDR) charakterisiert waren bzw. über Altlasten/Spätfolgen der Erdgasförderung zu DDR-Zeiten (MDR) berichteten, die auf die Realität bzw. Gegenwart nicht projiziert werden können, interessierte die Protagonisten nicht. Es geht diesen Personen aus Sicht des Verfassers auch nicht um Aufklärung, sondern um die Durchsetzung persönlicher Befindlichkeiten.

Unter anderem aufgrund dieser Entwicklung, und hier macht der Verfasser deutlich, dass es seine persönliche Auffassung ist, richtet CEP ein Informationsbüro zum Kurzzeittest auf der „Guhlen 1b“ ein. Das „Unter anderem…“ deshalb, weil CEP zuvor schon, also unabhängig von der aufgekeimten Opposition, umfangreich in den Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist, mittels Bürgerbüros, Informationsveranstaltungen, Ständen auf Dorffesten sowie Förderung von Studenten der Geowissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Informations- und Aufklärungsarbeit leistete.

Das Informationsbüro wird im Gasthof „Zum neuen Krug“ in Leibchel eingerichtet, in dem CEP-Mitarbeiter vom 9. bis 22. Mai täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr anwesend sein werden.

 

Artikelfoto: KCA-Bohranlage T-207 auf Bohrung Guhlen 1b. Foto: Steven Arndt, Dezember 2018.