Erdöl und Erdgas in Deutschland https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de Thu, 17 Oct 2019 14:53:42 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.4 Bohrung „Steig 1“ wirtschaftlich ölfündig https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/bohrung-steig-1-wirtschaftlich-oelfuendig/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/bohrung-steig-1-wirtschaftlich-oelfuendig/#comments Thu, 17 Oct 2019 14:53:42 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8339 Vor exakt einem Vierteljahr berichteten wir darüber, dass die Erkundungsbohrung „Steig 1“ im Oberrheingraben bei Weingarten auf Erdöl gestoßen ist. Ob wirtschaftlich ölfündig, stand zum damaligen Zeitpunkt noch nicht fest. Nun liegen erste Ergebnisse der Auswertungen des seit einigen Jahren in den in den Kohlenwasserstoffprovinzen „Oberrheingraben“ sowie „Alpenvorland“ aktiven Unternehmens Rhein Petroleum vor. Ferner möchten […]

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Vor exakt einem Vierteljahr berichteten wir darüber, dass die Erkundungsbohrung „Steig 1“ im Oberrheingraben bei Weingarten auf Erdöl gestoßen ist. Ob wirtschaftlich ölfündig, stand zum damaligen Zeitpunkt noch nicht fest. Nun liegen erste Ergebnisse der Auswertungen des seit einigen Jahren in den in den Kohlenwasserstoffprovinzen „Oberrheingraben“ sowie „Alpenvorland“ aktiven Unternehmens Rhein Petroleum vor. Ferner möchten wir über ein anderes Ölprojekt unter Verantwortung von Neptune Energy in der Grafschaft Bentheim informieren.

„Steig 1“ wirtschaftlich ölfündig

MND-Bohranlage Rig 40 nach Abschluss der Bohrarbeiten der „Steig 1“. Foto: F. Müller, 2019.

Ziel der Bohrung war es, die ca. 900 Meter unter der Erdoberfläche liegenden „Pechelbronner Schichten“ auf Ölführung zu untersuchen. In diesen Schichten befinden sich im Oberrheingraben unregelmäßig verteilt meist kleine bis sehr kleine Erdöllagerstätten. Lediglich zwei Lagerstätten erzielten eine Gesamtförderung von über 1 Million Tonnen während die meisten anderen oftmals nicht einmal die 100.000-Tonnen-Marke überschritten. Zum Vergleich: In Deutschland werden jährlich ungefähr 100 Millionen Tonnen Erdöl verbraucht.

Mit der Bohrung „Steig 1“ sollte ein seit den 1950er Jahren bekanntes Ölvorkommen bestätigt werden, was seinerzeit wirtschaftlich nicht ausgefördert werden konnte. Es befindet sich im näheren Umfeld einer kleinen Öllagerstätte, die bereits in den frühen 1960er Jahren aufgegeben worden ist. Dass die Bohrung „Steig 1“ ölfündig wird, war demnach nicht unwahrscheinlich.

Am 09.07.2019 gab Rhein Petroleum bekannt, dass die Bohrung auf Öl gestoßen ist. Ob sie wirtschaftlich ölfündig ist, konnte erwartungsgemäß zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigt werden. Dazu sind Testarbeiten und deren Auswertung erforderlich.

Am 15.10.2019 gab Rhein Petroleum in einer Pressemitteilung bekannt, dass mit der vorläufigen Auswertung der Daten eine Wirtschaftlichkeit des Ölfunds nachgewiesen werden konnte. In den Sandsteinen konnte eine Ölsäule von insgesamt 150 Metern nachgewiesen werden. Nun könne mit den Planungen zu möglichen weiteren Schritten begonnen werden. Unter anderem sind weitere Bohrungen angedacht, um die Lagerstätte mit seinen Ölreserven zu entwickeln.

Neptune Energy kündigt weitere Bohrung im Feld „Ringe“ an

Förderplatz Ringe mit den Bohrungen „Ringe Z1“ (Erdgas) sowie „Ringe 3“, „Ringe 4a“ und „Ringe 5“ (Erdöl). Quelle: NIBIS-Kartenserver des LBEG

1998 ist die Teilfeldsuchbohrung „Ringe Z1“ zur Untersuchung der westlichen Fortsetzung der Antiklinalstruktur „Adorf“, die dort die Bildung der dortigen Erdgaslagerstätte ermöglicht hat, niedergebracht worden. Zielhorizonte waren das Staßfurt-Karbonat im Zechstein sowie Sandsteine des Oberkarbon. Im Zuge der Bohrung ist auch der Bentheimer Sandstein durchörtert und ölführend angetroffen worden ( Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 1998). Die eigentlichen Bohrziele erwiesen sich wie erhofft als gasführend, wenngleich die inzwischen abgeförderten Reserven im Staßfurt-Karbonat mit ca. 2,6 Millionen Kubikmetern bescheiden ausfielen. Die Sandsteine des Karbon stehen hingegen auch heute noch in Produktion und haben bis Ende 2018 über 892 Mio. m³ erbracht ( Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2018). Zur Einordnung: Ein mit Erdgas beheizter Haushalt verbraucht pro Jahr ca. 4.000 m³.

Der Ölfund der Bohrung ist hingegen später durch eigenständige Bohrungen entwickelt worden. Den Auftakt machte die Bohrung „Ringe 3“, die im Jahr 2001 unweit der Fundbohrung vom selben Platz niedergebracht wurde und erwartungsgemäß ölfündig einkam. Es folgten 2004 die „Ringe 4/4a“ sowie 2012 die „Ringe 5“. Beide befinden sich ebenfalls auf dem selben, nunmehr erweiterten Platz wie die vorangegangenen Bohrungen.

Am 08.10.2019 gab Neptune Energy, Betreiber der Lagerstätte in einer Pressemitteilung bekannt, eine weitere Produktionsbohrung mit der Bezeichnung „Ringe 6“ abteufen zu wollen. Ziel der Bohrung ist der Bentheimer Sandstein in ca. 1.500 m vertikaler Teufe. Nach Errichtung des Bohrplatzes, wiederum eine Erweiterung des vorhandenen Förderplatzes, soll in einem zweiten Schritt ab Mitte November die Bohranlage errichtet werden. Sie soll dann bis Ende Dezember 2019 die neue Bohrung niederbringen. Zuständig für die Errichtung des Bohrplatzes und die Durchführung der Bohrung ist Wintershall Dea. Alle Maßnahmen setzen eine vorliegende Genehmigung durch die zuständige Landesbergbehörde voraus.

 

Artikelfoto: DrillTec-Bohranlage beim Niederbringen der Rhein Petroleum-Bohrung „Stockstadt 2001″ zur (nicht erfolgreichen“ Wiedererschließung der Öllagerstätte „Stockstadt“. Foto: R. Warlich

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Lithium – eine Chance auch für die deutsche Erdöl- und Erdgasbranche? https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/lithium-eine-chance-auch-fuer-die-deutsche-erdoel-und-erdgasbranche/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/lithium-eine-chance-auch-fuer-die-deutsche-erdoel-und-erdgasbranche/#respond Sun, 13 Oct 2019 16:36:16 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8329 von Dipl.-Geologe Dirk Weißenborn, Wietze Dieser Blog konzentriert sich inhaltlich auf Erdöl und Erdgas in Deutschland. Dennoch soll an dieser Stelle einmal ein hochinteressanter und potentiell zukunftsträchtiger Begleitaspekt der Erdöl- und Erdgasförderung Erwähnung und Würdigung finden. Die Gewinnung von Lithium aus Abwässern der Erdöl- und Erdgasgewinnung! Stand der Lithium-Gewinnung weltweit In Kanada und den USA […]

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von Dipl.-Geologe Dirk Weißenborn, Wietze
Dieser Blog konzentriert sich inhaltlich auf Erdöl und Erdgas in Deutschland. Dennoch soll an dieser Stelle einmal ein hochinteressanter und potentiell zukunftsträchtiger Begleitaspekt der Erdöl- und Erdgasförderung Erwähnung und Würdigung finden. Die Gewinnung von Lithium aus Abwässern der Erdöl- und Erdgasgewinnung!

Stand der Lithium-Gewinnung weltweit

In Kanada und den USA sind mehrere Unternehmen aktiv geworden, welche das in diesen Abwässern (Laugen) neben vielen anderen gelösten Substanzen vorkommende Alkalimetall Lithium extrahieren wollen. Der folgende Link soll für einen ersten Eindruck sorgen: LINK
Man beachte, dass Google eine auch auf Deutsch übersetzte Webseite (oben rechts auwählen!) anbietet. Die Übersetzung ist zwar mäßig, jedoch erscheint sie für den ersten Überblick ausreichend. Wie dort ersichtlich, hat sogar der Begriff „Petrolithium“ Einzug gehalten. Lithium stellt einen der wichtigsten Grundstoffe zahlreicher heutiger und eventuell zukünftiger Produkte dar. Ganz konkret besonders im Hinblick auf Akkus, z.B. in Smartphones, E-Fahrzeugen und Stromspeichern in Einfamilienhäusern zur Verbesserung der Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom.
Wie weitgehend sich die Umstellung auf eine strombasierte Energielandschaft zukünftig realisieren lässt, soll an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden. Fakt ist jedoch, dass der Bedarf an Lithium global deutlich zunehmen könnte. Man danke dabei allein schon an die Automobilindustrie. Obwohl Lithium mit durchschnittlich ca. 60 g/t global keineswegs selten ist, bereitet seine Verfügbarkeit zunehmende Schwierigkeiten. In Deutschland wird aktuell kein Lithium aus primären geologischen Quellen gewonnen.
Hauptherkunftsländer sind aktuell :
1. Chile, Argentinien, Bolivien. Dort werden erhebliche Lithiummengen aus den Salzen in den Becken der Hochanden gewonnen. Dazu ist sehr viel kostbares Süßwasser erforderlich, welches dort eher als knapp zu bezeichnen ist. Diese Lithiumgewinnung wird von vielen als umweltschädlich bezeichnet und hat zudem den Nachteil, dass die Eindampfung in den Salzbecken recht zeitaufwändig ist.
2. Australien. Dort wird das Lithium aus den sogenannten Pegmatiten (vereinfacht: Granitabkömmlinge, entstanden aus Hochtemperaturfluiden) mittels bergbaulicher Methoden (meist Tagebau) extrahiert. Zwar sind die Umweltschäden – vor allem hinsichtlich des Wasserhaushaltes dort wohl zu vernachlässigen, jedoch stellen Lösung des Erzes und die anschließende Aufbereitung bis hin zur Darstellung des Zwischenproduktes (entweder Lithiumcarbonat oder Lithiumhydroxid) erhebliche Anforderungen.

Lithium-Erkundungsaktivitäten in Deutschland

Erkundungsaktivitäten laufen auch in sogenannten „Greisen“ (durch hochtemperierte wandernde Lösungen veränderte Bereiche von Graniten) des Erzgebirges – sowohl auf tschechischer Seite bei Cinovec südlich von Altenberg als auch bei Sadisdorf/Hegelshöhe auf deutscher Seite. In beiden Fällen sind australische Bergbauunternehmen (European Metals, eventuell bald mit Anteilen eines tschechischen Staatsunternehmens, Lithium Australia, München) tätig. Im Visier steht u.a. der lithiumhaltige Glimmer Zinnwaldit (!) mit der Zusammensetzung K (Fe2+,Al, Li )[(OH,F)2|(Si,Al)4O10].

Die Punkte 2.) und 3.) können wir stark vereinfachend an dieser Stelle auch als Li-Festgesteinslagerstätten zusammenfassen.

In allen Kategorien muss das Element Lithium erst in Lösung gebracht werden um es anschließend selektiv abzutrennen. Dagegen befindet sich Lithium in schon gelöster Form in Ölfeldwässern und auch Wässern aus der Erdgastrocknung. Somit findet seit langer Zeit weltweit schon eine Art Förderung statt – allerdings ohne das Alkalimetall abzuscheiden und anschließend zu nutzen.

Stattdessen wird es nach der Abtrennung vom eigentlichen Rohstoff Erdöl oder Erdgas der Lagerstätte oder einer aufgegebenen Lagerstätte in Form der Verpressung oder Versenkung wieder zugeführt. Ein US-Unternehmen, welches mit der kanadischen MgX-Minerals zusammen arbeitet ist Eureka: LINK 

Gewinnung von Lithium aus Lagerstättenwasser

Lagerstättenwasser-Versenkbohrung in der Altmark. Foto: S. Arndt, Dezember 2012.

Konkret geht es um ein aktuell realisiertes Projekt u.a. zur Lithiumgewinnung aus Lagerstättenwässern nahe der Stadt Towanda im Bundesstaat Pennsylvania. Es handelt sich dabei um ein Kerngebiet der US-amerikanischen Schiefergasgewinnung aus dem Marcellus-Shale und dem angrenzenden Utica-Shale. Dort ist Hydraulic Fracturing (umgangssprachlich „Fracking“) gängige Methode. Man sieht, dass es ernst zu nehmende Ansätze zur Verbesserung der Umweltbilanz durch Gewinnung wertvoller Stoffe – nicht nur Lithium – aus Abwässern gibt. Das dürfte den hiesigen „No-Fracking“ Apologeten des Weltuntergangs wohl auch nicht gefallen, interessiert hier jedoch nur am Rande.

Ein kurzer Textauszug aus dem obigen Link soll die Bedeutung sowohl für die „alte“ Kohlenwasserstoffindustrie als auch die „neue“ Zukunftsindustrie rund um die Erneuerbaren und zahlreiche weitere Anwendungen illustrieren. Zitat: Deep natural gas reserves located in the Marcellus and Utica shale account for approximately 40% of all natural gas produced in the United States. The oil and gas operations in this region also generate large volumes of produced water. Eureka uses advanced treatment technology to convert 10,000 barrels per day of this produced water into valuable co-products, including fresh water, high-purity sodium chloride and calcium chloride. Through this joint venture, Eureka will begin extracting lithium as well.

Die Webseite des Partners MgX-Minerals zeigt auch ein illustrierendes Foto der Abwaaserbehandlungsanlage: LINK

Die Verfolgung ähnlicher Vorhaben in Deutschland würde wegen der erwartbaren Zusatzproduktion wertvoller Stoffe durchaus lukrativ sein können. Die Nutzungszeit bestehender Erdöl- und Erdgaslagerstätten durch Nebenprodukte wie Lithium würde sich verlängern, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen gesichert werden. Auch die Tiefbohr- und Workoverbranche würde profitieren können. Ebenfalls wäre, heimische Produktion der Abscheideanlagen vorausgesetzt, ein gewisser Impuls für den heimischen Maschinen- und Apparatebau zu erwarten.

Schließlich wäre all denjenigen, welche die heutige Erdöl- und Erdgasgewinnung lieber heute als morgen schließen lassen würden, ein Gutteil ihrer Argumentationsgrundlage genommen. „Fossil“ brächte nämlich wertvolle Stoffe für die Zukunft hervor. Möglicherweise funktionieren damit sogar Bestandteile der „Energiewende“ besser. Und man würde im eigenen Land über Lithium verfügen, anstatt es über die Weltmeere aus Südamerika oder Australien zu beziehen.

Sofern aufgrund vorhandener Daten möglich, folgt ein zweiter Beitrag zu den geologisch-chemischen Vorraussetzungen der Lithiumgewinnung aus Lagerstättenwässern sowie zur eigentlichen Technologie. Im Bestfalle wäre eine Abschätzung hinsichtlich der dadurch möglichen prozentualen Deckung des deutschen Lithiumbedarfes denkbar. Möge dieser Beitrag zahlreiche Leser finden. Ganz besonders unter Managern und Politikern.

 

Artikelfoto: Erdgasbohrung Burgmoor Z5 bei Uchte in Niedersachsen, Foto: Steven Arndt, März 2019

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Erdöl-Erdgas-Aktivitäten September 2019 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/erdoel-erdgas-aktivitaeten-september-2019/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/erdoel-erdgas-aktivitaeten-september-2019/#respond Mon, 07 Oct 2019 15:23:48 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8316 Im September 2019 fanden verschiedene Projekte zur Aufsuchung und Entwicklung heimischer Erdöl- und Erdgaspotenziale ihren Abschluss sowie ihren Beginn. Auch ein Vorhaben zur sicheren Verwahrung einer Erdölbohrung wird umgesetzt. In diesem Beitrag wollen wir nachträglich darüber berichten. Ergänzt am 08.10.2019 Dötlingen Z3A beendet Die im Juli 2019 begonnene Bohrung „Dötlingen Z3A (3.Loch)“ ist im September […]

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Im September 2019 fanden verschiedene Projekte zur Aufsuchung und Entwicklung heimischer Erdöl- und Erdgaspotenziale ihren Abschluss sowie ihren Beginn. Auch ein Vorhaben zur sicheren Verwahrung einer Erdölbohrung wird umgesetzt. In diesem Beitrag wollen wir nachträglich darüber berichten. Ergänzt am 08.10.2019

Dötlingen Z3A beendet

Aufbau Bohranlage T-208 auf Bohrung Dötlingen Z3A. Foto: Markus Stahmann

Die im Juli 2019 begonnene Bohrung „Dötlingen Z3A (3.Loch)“ ist im September abgeschlossen worden. Ziel der Bohrung war es, die bereits 1976 abgeteufte „Dötlingen Z3A“ technisch abzulenken. Die ursprüngliche Bohrung war von 1976 bis 2013 in Betrieb und förderte beachtliche 3 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Aufgrund eines technischen Defekts an der Untertageausrüstung war sie nicht mehr förderfähig.

Mittels der KCA-Deutag-Bohranlage T-208 ist ab Juli 2019 die technische Ablenkung durchgeführt worden. Dazu wurde aus dem teilverfüllten Bohrloch in einem 5°-Winkel ab 3.250 m bis auf 3.750 m eine neues Loch erstellt. Dieser Projektabschnitt ist nach unseren Kenntnissen beendet, da die eingesetzte Bohranlage inzwischen bei einem anderen Vorhaben im Einsatz ist. Laut des Auftraggebers, der ExxonMobil Production GmbH (EMPG) soll nach Abschluss der Ablenkung mittels einer Coiled Tubing-Anlage eine weitere technisch Ablenkung um 50 m ins Speichergestein erfolgen (Info EMPG). Inwiefern diese Arbeiten abgeschlossen sind, ist uns nicht bekannt. Nach Angaben des Kartenservers des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen (LBEG) ist das Ergebnis der Bohrung noch nicht bekannt.

Päpsen Z1d gestartet

ITAG-Bohranlage Rig 27 auf Bohrung Päpsen Z2 unmittelbar neben Förderbohrung Päpsen Z1c. Foto: Steven Arndt, Februar 2016

Nach Abschluss der Bohrung „Dötlingen Z3A (3.)“ wechselte die dort eingesetzte Bohranlage KCA-Deutag T-208 auf die Bohrung „Päpsen Z1“, die von Wintershall-Dea betrieben wird. Nach einem wohl mißglückten Workovereinsatzes war die Bohrung, die erst nach der dritten geologischen Ablenkung zur „Päpsen Z1c“ nicht mehr förderfähig war, entschloss sich der Betreiber, das Bohrloch für eine weitere geologische Ablenkung zu nutzen.

Nach unseren Recherchen war vom Betreiber eine dritte Bohrung, „Päpsen Z3“, angedacht (LINK). Aufgrund des Ablenkungspfades der „Päpsen Z1d“ gehen wir davon aus, dass damit das Projekt „Päpsen Z3“ ersetzt wird. Ziel der Bohrung ist das Staßfurt-Karbonat des zweiten Zechsteinzyklus, dass in der Region Nienburg-Diepholz-Oldenburg häufig gasführend angetroffen wurde. Mehr Informationen zum Vorhaben im Factsheet der Wintershall-Dea.

Aufschlussbohrung Schwegenheim gestartet

Erdölförderbohrung Römerberg 1 in Speyer. Foto: BVEG

Deutschland ist in geologischer Hinsicht sehr gut erkundet. Dennoch greift auch in der Gegenwart die bergmännische Weisheit „Vor der Hacke ist es dunkel“ oder anders ausgedrückt: Es kann zu Überraschungen kommen.

So geschah es 2003 in Speyer, als eine Bohrung zur Erschließung von Geothermalpotenzialen unerwartet auf Erdöl im bis dahin nicht ölhöffigen Buntsandstein traf. Und nicht nur der Ölfund war überraschend, sondern auch das Potenzial. Nach ersten Schätzungen sind8 Mil lionen Tonnen als gewinnbar eingeschätzt worden, wenngleich diese Menge inzwischen reduziert wurde. Dennoch wäre die Lagerstätte „Römerberg“ die größte im Oberrheingraben.

Der Aufschluss dieses Vorkommens gab Anlass, den Buntsandstein im Oberrheingraben hinsichtlich potenzieller Ölführung weiter zu untersuchen. Eine entsprechende Bohrung bei Karlsruhe blieb ohne Erfolg. Doch nahe des Vorkommens unter Speyer soll weiter geprüft werden, ob sich Erdöl in Sedimenten des Buntsandstein vorhanden ist. Erkundungsbohrungen dazu sind sowohl nordöstlich von Speyer bei Otterstadt sowie südwestlich bei Schwegenheim projektiert. Letzteres Vorhaben wird aktuell umgesetzt. Zum Niederbringen der Bohrung wird eine Bohranlage des Unternehmens DrillTec eingesetzt. Für die Bohrarbeiten ist ein Zeitraum von drei Monaten anbereumt. Mehr Informationen hier: LINK

Aufwältigung und Neuverfüllung bei Reinkenhagen

Außenanlagen des Erdölmuseums Reinkenhagen auf dem Standort der Fundbohrung Reinkenhagen 2. Foto: Steven Arndt

Bereits im Februar 2018 berichteten wir darüber, dass das Unternehmen Engie, das inzwischen seine Erdöl-Erdgas-Aktivitäten in Deutschland an Neptune Energy veräußert hat, ankündigte, eine Bohrung aus DDR-Zeiten auf Erdöl im aufgegebenen Feld Reinkenhagen nochmals zu verfüllen. Die Aufwältigung sowie Neuverfüllung der 1962 niedergebrachten und erstmals 1969 verfüllten Bohrung ist nunmehr nach eineinhalb Jahren nach Ankündigung aufgenommen worden.

Zur Durchführung der Arbeiten wird die Bohr-und Workoveranlage T-49 des Unternehmens MB Well Service aus Salzwedel eingesetzt. Mehr Informationen zum Vorhaben gibt es bei uns (LINK) sowie beim verantwortlichen Unternehmen Neptune Energy (LINK).

Völkersen-Nord Z4c beendet

Bohranlage T-16 auf Völkersen -Nord Z4c. Foto: Steven Arndt, März 2019

Bereits im März 2019 begann die dritte geologische Ablenkung aus der Bohrung „Völkersen-Nord Z4“ der Wintershall-Dea bzw. zum damaligen Zeitpunkt noch der DEA Deutsche Erdöl AG zur „Völkersen Z4c“. Die Stammbohrung „Völkersen Z4“ ist bereits 20 Jahre zuvor jahresübergreifend 1998/1999 auf Sandsteine des Rotliegend niedergebracht worden und war gasfündig.

Nach Erschöpfung des Lagerstättenbereichs (Compartment) erfolgte jahresübergreifend 2013/2014 die erste geologische Ablenkung „Völkersen Z4a“ in einen potenziell gasführenden anderen Bereich des Oberrotliegend. Förderwürdige Erdgasvorkommen sind mit dieser als Produktionsbohrung projektierten Ablenkung nicht angetroffen worden. Sie hatte lediglich Anzeichen von Erdgas nachweisen können (NIBIS-Kartenserver).

Ähnlich ergang es der zweiten geologischen Ablenkung „Völkersen Z4b“, die 2017/2018 nicht als Produktions- sondern als Teilfeldsuchbohrung durchgeführt wurde. Teilfeldsuchbohrungen haben zum Ziel, einen noch nicht untersuchten Bereich potenziell gas- oder ölführenden Bereich zu erkunden. Das Risiko der Nichtfündigkeit ist demnach höher als bei Produktionsbohrungen. Konkret sollte eine bislang nicht erbohrte Hochscholle im westlichsten Feldesbereich der Lagerstätte „Völkersen/Völkersen-Nord“ untersucht werden, die unter initialen Druckbedingungen gasführend erwartet wurde. Das erwartete Primärziel in den Havelsandsteinen wurde nicht angetroffen und die Nebenziele in Wustrow-, Niendorf-Sandsteinen sowie in Vulkaniten der Altmark-Subgruppe erbrachten keinen wirtschaftlichen Gaszufluss.

Trotz der ernüchternen Ergebnisse der bisherigen Ablenkungen entschloss sich der Betreiber des Feldes „Völkersen/Völkersen-Nord“ zu einer weiteren Ablenkung. Diese begann im März 2019 und dauerte ungewöhnlich lange bis in den September an. Inzwischen ist die unternehmenseigene Bohranlage T-160 abgebaut und wurde nach uns vorliegenden Informationen eines Bewohners ins Lager nach Wietze gebracht. Daraus lässt sich schließen, dass keine Folgeprojekte unmittelbar anstehen, was wiederum bedeutet, dass Wintershall-Dea mutmaßlich auf öffentlichen Druck hin Projekte wie „Völkersen Z12“, „Nindorf Z1“ sowie „Daverden Z1“ aktuell nicht weiter verfolgt.

 

Artikelfoto: Erdgasförderbohrung Päpsen Z2. Foto: Steven Arndt, Juni 2018.

 

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CEP verfüllt Erkundungsbohrungen auf Erdöl in Brandenburg https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/cep-verfuellt-erkundungsbohrungen-auf-erdoel-in-brandenburg/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/cep-verfuellt-erkundungsbohrungen-auf-erdoel-in-brandenburg/#respond Fri, 13 Sep 2019 15:49:26 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8305 Seit 2007 ist das deutsch-kanadische Unternehmen Central European Petroleum GmbH (CEP) in Deutschland aktiv. Ziel ist es, Erdöl in Brandenburg und Vorpommern aufzusuchen und etwaige Lagerstätten zu erschließen. Neben umfangreichen Vorerkundungsarbeiten in den erdölhöffigen Gebieten sind bis Anfang 2019 insgesamt 8 Erkundungsbohrungen niedergebracht worden. Drei davon in Vorpommern, die übrigen fünf inklusive drei Ablenkungen in […]

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Seit 2007 ist das deutsch-kanadische Unternehmen Central European Petroleum GmbH (CEP) in Deutschland aktiv. Ziel ist es, Erdöl in Brandenburg und Vorpommern aufzusuchen und etwaige Lagerstätten zu erschließen. Neben umfangreichen Vorerkundungsarbeiten in den erdölhöffigen Gebieten sind bis Anfang 2019 insgesamt 8 Erkundungsbohrungen niedergebracht worden. Drei davon in Vorpommern, die übrigen fünf inklusive drei Ablenkungen in Südostbrandenburg östlich des Spreewalds. Nun hat das Unternehmen angekündigt, die Bohrungen in Brandenburg zu verfüllen.

Historie Bohrungen Guhlen

Erdöl in Brandenburg

KCA-Deutag-Bohranlage T-207 beim Abteufen der „Guhlen 1b“. Foto: Steven Arndt, Dezember 2018.

Jahresübergreifend 2009/2010 sind in der Aufsuchungserlaubnis seismische Messungen durchgeführt worden. Im Ergebnis konnte im Staßfurtkarbonat eine Antiklinalstruktur (Aufwölbung) identifiziert werden. Daraufhin ist die Aufschlussbohrung „Guhlen 1“ mit dem Ziel abgeteuft worden, in dieser Struktur wiederholt Erdöl in Brandenburg nachzuweisen. Schließlich befand sich der Bohransatzpunkt nur wenige Kilometer vom aufgegebenen Erdölvorkommen Mittweide-Trebatsch entfernt. Nebenziel der Bohrung war das Rotliegend, das in einer 12 km westlich gelegenen Bohrung bereits 1981 ölführend angetroffen worden ist. Die Bohrung ist bis auf 2.910 m Teufe niedergebracht worden und wurde im sedimentären Rotliegend eingestellt. Die Bohrung wurde anschließend teilverfüllt und im kohlenwasserstoffführenden Staßfurtkarbonat getestet (Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2017).

2016 erfolgte dann eine Ablenkung aus der Stammbohrung über eine Strecke von 600 m nach Südwesten zur „Guhlen 1a“. Ziel war das bereits mit der Bohrung „Guhlen 1“ kohlenwasserstoffführend nachgewiesene Staßfurtkarbonat. Die Ablenkung traf den Zielhorizont öl-, kondensat-, sowie gasführend an. Anschließende Testarbeiten erbrachten ein Ergebnis von 1.670 barrels of oil equivalent (boe) pro Tag. Somit ist die Bohrung öl- und gasfündig (Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2017).

2018 kündigte CEP an, zwei weitere Bohrungen bei Guhlen abteufen zu wollen, eine davon als weitere geologisch Ablenkung aus der „Guhlen 1“ heraus zur „Guhlen 1b“. Bei der zweiten Bohrung sollte es sich um eine neue Bohrung vom selben Platz aus mit der Bezeichnung „Guhlen 2“ handeln. Beide Bohrungen hatten laut Informationen der CEP zum Ziel, „bessere Aufschlüsse über die Beschaffenheit der Lagerstätte sowie das Fließverhalten und die wirtschaftliche Förderbarkeit der nachgewiesenen Erdöl- und Erdgasvorkommen im Bewilligungsfeld Guhlen liefern“ (CEP beginnt mit Erweiterungsbohrungen bei Guhlen). Beide Bohrungen sollten unmittelbar aufeinander folgen, doch kam es letztlich anders.

Umgesetzt wurde zunächst nur die „Guhlen 1b“. Nach Abschluss der Bohrung Anfang 2019 sowie der Auswertung erster Messdaten hat sich das Unternehmen zunächst dazu entschieden, die Bohrung zu komplettieren und einem Fördertest zu unterziehen, „um detailliertere Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Lagerstätte zu erlangen“, so Unternehmenssprecher Stephan Grafen damals. Die Umsetzung der „Guhlen 2“ ist derweil gestundet, bis die Ergebnisse der Testarbeiten der „Guhlen 1b“ ausgewertet sind.

Historie Bohrungen Märkische Heide

Bohranlage Rig 30 beim Abteufen der Bohrung „Märkische Heide 1“. Foto: Steven Arndt, Dezember 2015.

Ebenfalls in der Erlaubnis Lübben ist 12 km südwestsüdlich der „Guhlen 1“ die Aufschlussbohrung „Märkische Heide 1“ jahresübergreifend 2015/2016 abgeteuft worden. Vorausgegangen waren umfangreiche 3D-seismische Untersuchungen, die neue Erkenntnisse über den tiefen Untergrund geliefert und mehrere Strukturen hatte erkennen lassen. Geologische Zielhorizonte waren wie bereits in der „Guhlen 1“ das Stassfurtkarbonat des oberpermischen Zechstein sowie Sandsteine des unterpermischen Rotliegend, das in der nur wenige Kilometer entfernten Bohrung „Schlepzig 6“ aus dem Jahr 1981 ölführend angetroffen wurde.

Die anvisierten Zielhorizonte sind 2016 bei einer gerichteten Strecke nach 3.043 m Teufe erreicht worden. Aufgrund eines komplexen geologischen Oberbaus sind die geologischen Horizonte nicht in der erwarteten Tiefe angetroffen worden und waren teilweise verwässert.

2017 erfolgte aus der Stammbohrung eine Ablenkung über eine Strecke von ca. 1.600 m in ostsüdöstlicher Richtung des Zielpunktes der „Märkische Heide 1“ mit identischen Zielhorizonten. Tatsächlich ist mit der Ablenkung das Staßfurtkarbonat kohlenwasserstoffführend angetroffen worden. Allerdings erwies es sich als nicht permeabel. Sowohl Stammbohrung als auch Ablenkung mussten somit als „nicht fündig“ eingestuft werden.

Bohrungen zur Erkundung von Erdöl in Brandenburg werden verfüllt

Vorbereitung der Testarbeiten der Bohrung „Guhlen 1b“. Foto: Steven Arndt, Mai 2019.

Mit den bislang abgeteuften Bohrungen der CEP zur Erkundung von Erdöl in Brandenburg konnten nach aktuellem Status Kohlenwasserstoffe nachgewiesen werden. Mit der Bohrung „Guhlen 1a“ sind sogar gute Zuflüsse an Erdöl, aber auch Kondensat (Leichtöl) sowie Erdgas erzielt worden. Auch die „Guhlen 1b“ hat nach Unternehmensangaben ihren Zweck erfüllt. Die gewonnen Daten aus dem Landebereich der Bohrung werden in den kommenden Monaten ausgewertet und sollen dazu beitragen, die Charakteristik der Lagerstätte sowie des Speichergesteins besser zu verstehen.

Da aus der Stammbohrung in Guhlen sowie aus den Ablenkungen keine weiteren Bohrungen technisch möglich sind, soll das Loch nun dauerhaft verfüllt werden. Für eventuelle weitere Erkundungs- oder gar Erschließungsarbeiten in der Zukunft stehen auf dem Bohrplatz Guhlen noch zwei weitere vorbereitete Ansatzpunkte zur Verfügung. Bevor die Verfüllungsarbeiten in Guhlen vorgenommen werden, wird die Bohrung „Märkische Heide 1“ ebenfalls verfüllt. Die Verfüllungsarbeiten sollen zum Jahresende 2019 beginnen und Anfang 2020 abgeschlossen werden (CEP plant Verfüllung zweier Bohrungen)

Erdöl in Brandenburg wird seit über 50 Jahren gefördert

Erdöl in Brandenburg

Erdölförder- und Aufbereitungsstation Kietz im Oderbruch. Foto: Steven Arndt, August 2019.

Die Förderung von Erdöl in Brandenburg blickt auf eine fast 60-jährige Geschichte zurück. Eine erste Fündigkeit gelang 1962 bei Döbern in der Lausitz. Es folgten weitere Aufschlüsse von Erdöl-, Erdgas-, sowie Gaskondensatvorkommen, die allesamt selbst für deutsche Verhältnisse sehr klein hinsichtlich des initialen Lagerstätteninhalts waren und sind. Einige Vorkommen sind überhaupt nicht in eine reguläre Produktion überführt worden. Bei Erdölvorkommen war in solchen Fällen wohl vorwiegend die geringe Kapazität entscheidend, während bei Erdgas- bzw. Gaskondensatlagerstätten auch die geringen Anteile brennbarer Gase ausschlaggebend waren.

Gegenwärtig ist mit „Kietz“ im Oderbruch unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze nur noch eine einzige Erdöllagerstätte produktiv. Wie lange noch, bleibt abzuwarten, denn auch dort sind in den vergangenen Jahren die Förderraten deutlich zurückgegangen. Das 60. Förderjubiläum wird in Brandenburg wohl noch begangen werden. Ob darüber hinaus die Förderhistorie längerfristig fortgesetzt werden kann, steht in den Sternen und ist abhängig davon, ob die angetroffenen Kohlenwasserstoffvorkommen östlich des Spreewalds in eine wirtschaftliche Förderung überführt werden können.

 

Artikelfoto: KCA-Deutag-Bohranlage T-207 beim Abteufen der „Guhlen 1b“. Foto: Steven Arndt, Dezember 2018.

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NDR Markt rückt mit Falschdarstellungen Ölförderung in schlechtes Licht https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/ndr-markt-rueckt-mit-falschdarstellungen-oelfoerderung-in-schlechtes-licht/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/ndr-markt-rueckt-mit-falschdarstellungen-oelfoerderung-in-schlechtes-licht/#respond Thu, 12 Sep 2019 16:30:06 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8285 Dieser Sommer ist zum zweiten Mal in Folge in manchen Landstrichen Norddeutschlands zu trocken gewesen (während der Sommer 2017 zu feucht war, so ergeben sich Durchschnitte). Das ist selbstverständlich ein Problem für betroffene Landwirte. Und allein das wäre genügend Stoff, um einen Beitrag für das Verbrauchermagazin „Markt“ erstellen zu können. Doch da es an Skandalisierungspotenzial […]

Der Beitrag NDR Markt rückt mit Falschdarstellungen Ölförderung in schlechtes Licht erschien zuerst auf Erdöl und Erdgas in Deutschland.

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Dieser Sommer ist zum zweiten Mal in Folge in manchen Landstrichen Norddeutschlands zu trocken gewesen (während der Sommer 2017 zu feucht war, so ergeben sich Durchschnitte). Das ist selbstverständlich ein Problem für betroffene Landwirte. Und allein das wäre genügend Stoff, um einen Beitrag für das Verbrauchermagazin „Markt“ erstellen zu können. Doch da es an Skandalisierungspotenzial mangelt, muss noch die Ölförderung mit einbezogen werden. Es werden eine Reihe von Behauptungen und Vorwürfen aufgestellt bzw. getätigt ohne diese seriös zu belegen. Und, wie bei „Markt“-Beiträgen zur Öl-und Gasförderung nicht unüblich, wird zudem fachlicher Unsinn erzählt, was wir in der folgenden Kritik zum „Markt“-Beitrag vom 02.03.2019 darlegen.

Wasserunterstützung bei Ölförderung falsch dargestellt

Ölförderung Emlichheim

Ausschnitt Ölfeld Emlichheim im März 2019. Foto: Steven Arndt

Zunächst befasst sich der ca. sechsminütige Beitrag der Autorin Alexa Höber über fast 2 Minuten hinweg mit der Trockenheit und den daraus resultierenden Problemen für die Landwirtschaft. Zum Abschluss der fast zweiminütigen Einleitung des mit „Erdölförderung: Angst um Grundwasser“ wird ein Kreisdiagramm gezeigt, dass den Wasserverbrauch je nach Nutzungsart prozentual darstellt. Während der Verbrauch von Beregnungswasser für die Landwirtschaft eine Einzelposition ist, wird der Verbrauch im Zusammenhang mit der Erdölproduktion nicht detailliert dargestellt, sondern ist mit unbekanntem Anteil bei Bergbau/Verarbeitendes Gewerbe/Energiewirtschaft enthalten. Dabei wäre es doch interessanter gewesen zu erfahren, wie hoch der Wasserverbrauch im Zusammenhang mit der Ölgewinnung ist, da sich der Beitrag ja mit der Angst ums Grundwasser wegen der Ölförderung dreht.

Interessant ist dann die Überleitung nach knapp zwei Minuten zur vermeintlichen Grundwasserproblematik durch die Ölförderung. Während bei der Feldberegnung das Grundwasser im natürlichen Kreislauf bliebe, was zutreffend ist, wäre das bei der Ölgewinnung nicht der Fall. Dieses würde verschmutzt.

Angeblich würde „Frischwasser“, also Süßwasser, im Rahmen der Ölförderung z.B. bei Emlichheim in den Untergrund gepumpt, wo es sich mit Schadstoffen vermische. Das ist ja ganz was Neues! Wasser, was in Emlichheim und auch in anderen Ölfeldern injiziert wird, ist kein Süßwasser. Tatsächlich wird mit dem Öl mitgefördertes und anschließend von ihm abgetrenntes Lagerstättenwasser (LaWa) wieder in die Öllagerstätte zur Druckerhaltung eingebracht. Im genannten Emlichheim ist in den letzten Monaten eine bei diesem Prozess verursachte Havarie bekannt geworden, worüber auch der NDR ausführlich berichtete. Hat Frau Höber sich mit diesen Berichten, den Pressemitteilungen von Bergbehörde sowie Unternehmen nicht befasst?

Es wäre zudem widersinnig, Süßwasser zu injizieren, da dadurch die Lagerstätte geschädigt werden könnte. Es könnte aber auch sein, dass die Journalistin annimmt, dass tatsächlich Süßwasser injiziert wird. Schließlich ist hin und wieder in den genannten Berichten zu lesen gewesen, dass LaWa bei der Erdölproduktion „entsteht“. Teilweise ist in diesem Zusammenhang auch der falsche auch der Begriff „Lagerwasser“ zu lesen gewesen. Das lässt wiederum den Schluss zu, dass manche Journalisten LaWa für zwischengelagertes verschmutztes Wasser halten. Wie sonst ist diese eigenwillige Begriffsschöpfung zu erklären?

Falls es sich hierbei also um ein Missverständnis aufgrund mangelhafter Recherche handelt, dann wäre das ein schlechtes Zeichen für die Journalistenzunft. Es ist aber auch anzunehmen, dass diese Darstellung sich einfach aus den Fingern gesogen wurde. Darauf lässt die folgende Aussage schließen, in der behauptet wird, dass dem geförderten Erdöl Grundwasser zugegeben wird, um den Salzgehalt im Öl zu senken. Als ich das gehört habe, fielen mir fast die Ohren ab. Denn zum einen ist Salz nicht in Öl löslich. Zum anderen ist wiederum Öl nicht in Wasser löslich. Dieser vom NDR behauptete Prozess ist chemisch-physikalisch gar nicht möglich.

Nicht nur Industrie verschmutzt Wasser

Tiefpumpenantriebe im Ölfeld Hankensbüttel-Süd. Foto: Steven Arndt

Dennoch heißt es weiter: „Sauberes Wasser, das die Industrie verschmutzen darf“. In Bezug der vorangegangenen beiden Falschaussagen eine weitere unhaltbare Behauptung. Dennoch verhält es sich so, dass die Erdölförderindustrie auch Süßwasser für gewisse Prozesse benötigt. Dabei wird das verwendete Wasser unvermeidlich auch verschmutzt. Aber das ist doch kein Alleinstellungsmerkmal dieses Industriezweigs. Denn jeder von uns verschmutzt Süßwasser. Im Regelfall sogar welches in Trinkwasserqualität. Und was machen wir damit? Wir waschen uns, unsere Wäsche, unser Geschirr oder verrichten unvermeidliche Geschäfte als Folge des Stoffwechsels und versetzen dabei das saubere Wasser mit Fett, Tensiden, Salzen, Säuren, Fäkalien… Es zeigt sich bereits nach noch nicht einmal der Hälfte des Beitrags, dass eine seriöse Information nicht angestrebt wird, sondern die Diffamierung eines Industriezweigs.

Von Emlichheim im äußersten Westen Niedersachsens geht es nach Hankensbüttel im Osten des Bundeslandes, wo seit 1954 Erdöl gewonnen wird. Protagonisten vor Ort sind zwei „Anwohner“, die sich auch in der Kommunalpolitik engagieren. Die Parteizugehörigkeit wird vorsichtshalber verschwiegen. Bei einem handelt es sich um Christian Schröder, Mitglied des Kreistages des Landkreises Gifhorn und Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Schröder wohnt nach unseren Recherchen im kleinen Dorf Rade ca. 15 km vom Ölfeld Hankensbüttel entfernt. Er ist also kein Anwohner. Beim anderen handelt es sich um Thomas Sordel von der SPD. Er ist immerhin tatsächlich Bewohner von Hankensbüttel.

Beide „ärgern sich über den Wassereinsatz bei mancher Ölförderung“. Worüber sie sich genau ärgern, wird dem Zuschauer nicht mitgeteilt. Schröder gibt folgendes Statement ab, ohne dass irgendein Zusammenhang dargestellt wird, worauf er sich bezieht: „Ich glaube das ist keinem bewusst, wirklich, und da muss man natürlich drauf drängen, dass das publik wird und so auch nicht akzeptiert wird.“ Das sind Phrasen, die zu jeder Angelegenheit abgeliefert werden können, oder um mit Goethes Faust zu sprechen: „Nun steh ich da, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“

Vage Behauptungen, keine nachvollziehbaren Belege

Bohrarbeiten „Hankensbüttel-Süd 96“ Winter 2018/2019. Foto: D. U. Merten, bearbeitet von Steven Arndt.

Es wird behauptet, dass die Erdölindustrie für die Entnahme von Grundwasser nichts bezahlen müsse, während Privathaushalte eine Entnahmegebühr pro Kubikmeter in nicht benannter Höhe entrichten müssten und die Landwirtschaft vom nicht genannten Betrag ein Zehntel. Darüber, dass die Ölförderer befreit sind, mokiert sich Schröder, während er anscheinend kein Problem hat, dass Landwirte erheblich weniger als Privatkunden bezahlen müssen.

Tatsächlich ist der Sachverhalt etwas komplizierter als dargestellt: Nur die Entnahme von Wasser sowohl aus Grund- als auch aus Oberflächengewässern zur verbesserten Ausförderung von Erdöllagerstätten ist von der Gebühr befreit. Solche Wässer werden aber regelmäßig nicht verwendet, sondern das mitgeförderte LaWa. Es entwickelt sich der Eindruck, dass der NDR bzw. speziell Frau Höber wiederholt eine Riesenwelle um nichts macht, um die Erdöl-Erdgas-Industrie in ein schlechtes Licht zu rücken bzw. mit einem Skandal zu belegen. Zudem ist dieser kleine Bereich „bessere Ausförderung von Erdöllagerstätten“ im Gesamtprozess der Ölförderung und Ölaufbereitung nur einer von vielen Wasserentnahmen, die von der Gebühr befreit sind. Eine Auflistung der Befreiungen gibt es hier: Antwort auf die mündliche Anfrage zu Wasserentnahmegebühren

Es heißt im Beitrag, die Ölindustrie hätte sich „ganz einfach“ von der Gebühr befreien lassen, und zwar mit einem Brief an das Niedersächsische Wirtschaftsministerium. Als Begründung soll angeblich angeführt worden sein, dass die Erhebung der Gebühr eine geringere Erdölförderung mit sich brächte. Ein Beleg dafür liefert der Beitrag erwartungsgemäß nicht! Stattdessen gibt es ein Statement eines Landwirts, der das nicht nachvollziehen könne. Seiner Meinung nach sollten alle, die Grundwasser entnehmen, gleichgestellt werden. Eine interessante Ansicht, hat doch der Beitrag zuvor gezeigt, dass Landwirte zur Beregnung ihrer Felder bereits besser gestellt sind als beispielsweise Privatpersonen.

Weiter behauptet „Markt“, das Niedersächsische Wirtschaftsministerium hätte der Forderung des Verbandes der Erdöl-Erdgasindustrie einfach ohne Prüfung stattgegeben. Als Beleg soll folgendes Zitat dienen: „Bezüglich der angesprochenen Kostenkalkulationen der Erdölförderbetriebe liegen dem Wirtschaftsministerium keine detaillierten Erkenntnisse vor“. Doch welchen Inhalt haben die angesprochenen Kalkulationen? Darüber lässt der Beitrag den Zuschauer im Ungewissen. Zudem sind solche als Belege angeführten Zitatausrisse erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu genießen, da sie nur einen Teil der Gesamtantwort wiedergeben. Besonders problematisch wird es dann, wenn dem Konsumenten solcher Beiträge die konkrete Fragestellung vorenthalten wird.

Leitungsschäden als Aufhänger für Grundwassergefährdung

Zone III Wasserschutzgebiet Schönewörde. Quelle: Karte (LINK). Zum Vergrößern anklicken.

Und reißerisch geht es weiter: „Für das Wasser nichts bezahlen, und gleichzeitig die Umwelt verschmutzen“. Nochmals: Die Ölindustrie ist nur für die Entnahme von Wasser zur verbesserten Ausbeutung von Erdölvorkommen von der Wasserentnahmegebühr befreit. Ob und in welchem Umfang die Industrie zu diesem Zweck überhaupt Wasser entnimmt, verschweigt uns und allen anderen Zuschauern der Beitrag elegant. Denn wie dargelegt, ist es ziemlich widersinnig, Süßwasser in Erdöllagerstätten einzuleiten. Für alle anderen Zwecke, wie der Nutzung beispielsweise für Prozesszwecke im Zuge der Aufbereitung, zur Trinkwasserversorgung der Betriebe zur Körperhygiene, Verpflegung oder eben auch dem unvermeidlichen Toilettengang, gibt es keine Befreiung.

Als Aufhänger für die angebliche Umweltverschmutzung dienen Schäden an Feldleitungen, bei denen Nassöl, ein Gemisch aus Erdöl und mitgefördertem LaWa ausgetreten ist. Ausnahmslos wird bei solchen Schäden so verfahren, dass umgehend eine Sanierung des betroffenen Bodens erfolgt, und falls oberflächennahes Grundwasser betroffen sein sollte, auch dieses sofort gereinigt wird. Eine längerfristige Umweltverschmutzung, wie suggeriert, wird damit ausgeschlossen, ebenso eine ernsthafte Grundwassergefährdung. Fakt ist: Durch diese Vorfälle oder durch die Ölförderung selbst ist kein irreversibler Schaden nutzbaren Grundwassers trotz ca. 130-jähriger kommerzieller Erdölgewinnung in Deutschland entstanden.

Keine „ganz alten Pumpen“ zur Ölförderung in Hankensbüttel-Süd

Lage des neuen Bohrplatzes Hankensbüttel-Süd 96 und 97 (orange umrandet) sowie des Platzes Hankensbüttel-Süd 85, 94 und 95 (rot umrandet) in der Schutzzone III B des Wasserschutzgebietes Schönewörde. Quelle: Karte (LINK), bearbeitet. Zum Vergrößern anklicken.

Dennoch befürchten der grüne sowie der sozialdemokratische Protagonist des Beitrages einen solchen Fall und begeben sich gemeinsam mit dem NDR-Team an den südlichsten Zipfel des Ölfeldes Hankensbüttel-Süd. Dieses wird von Wintershall Dea betrieben. Dieser Zipfel befindet sich in der Zone III B des Wasserschutzgebietes Schönewörde und somit in dessen äußersten Bereich und nicht „mitten“ im Wasserschutzgebiet, wie es Christian Schröder einfach so behaupten darf (zur Vereinbarkeit von Ölförderung und Trinkwasserschutz mehr im folgenden LINK: Erdöl-Erdgasgewinnung und Trinkwasserschutz im Interessenkonflikt?). Dort sind 2018/2019 zwei Bohrungen abgeteuft worden. Eine soll der Förderung von Erdöl dienen, die andere zur Rückführung des mitgeförderten LaWa in die Lagerstätte gemäß Kreislaufprinzips.

Korrekterweise wird im Beitrag darauf hingewiesen, dass der neue Platz nach aktuellem Stand der Technik mit einer Betonfläche versiegelt ist. Doch dieser Hinweis dient lediglich als Aufhänger dafür, um auf die Beschaffenheit eines weiteren Förderplatzes in nur 80 Metern Entfernung anzuprangern. Auf diesem befänden sich wörtlich zitiert noch „ganz alte Pumpen“ und der Platz wäre mit Holzbohlen und Schotter befestigt. Das Hervorheben von Schotter und Holzbohlen soll wohl einen nicht mehr zeitgemäßen Zustand des Platzes unterstellen.

Dabei dienen die Holzbohlen mitnichten der Platzbefestigung. Sie überdecken stattdessen den Bohrlochskeller aus Stahlbeton und verhindert somit, dass Kleingetier in diesen hineinfällt und dient dem Arbeitsschutz. Und ob es dem NDR bzw. der Autorin Höber nun gefällt oder nicht: Als die insgesamt sechs Bohrungen auf besagtem Platz in den 1980er bis in die 1990er Jahre abgeteuft wurden, war ein mit Schotter befestigter Platz Stand der Anforderungen. Für einen Schutz von Boden und Grundwasser während der Förderphase ist der flüssigkeitsdichte Bohrlochkeller völlig ausreichend. Ein Fachmann hätte dies bestimmt gerne Frau Höber und ihren Protagonisten erklärt, wäre er denn gefragt worden. Doch eine sachliche Auseinandersetzung ist für solche Beiträge nicht vorgesehen.

Abschließend zu den „ganz alten Pumpen“ nur soviel: Diese sind an der Oberfläche nicht zu sehen, sondern nur deren Antriebe. Die Pumpen selbst befinden sich in der Tiefe, weshalb sie als Tiefpumpen bezeichnet werden. Aufgrund von Verschleiß werden sie regelmäßig ausgewechselt und sind ganz gewiss nicht „ganz alt“. Selbst die Antriebe sind es nicht. Denn die Historie des Ölfeldes Hankensbüttel reicht bis ins Jahr 1954 zurück. Die auf besagtem Platz befindlichen drei noch aktiven Bohrungen sowie auch die drei weiteren bereits erschöpften und verfüllten datieren in die 1980er sowie frühen 1990er Jahre. Die im Beitrag zu sehende „Hankensbüttel-Süd 94“ ist 1992, die benachbarte „Hankensbüttel-Süd 95“ ist im darauffolgenden Jahr niedergebracht worden.

Letztlich bleibt abermals der Eindruck, dass dieser „Markt“-Beitrag nicht aufklären , sondern mit Falschdarstellungen und unbelegten Behauptungen Stimmung gegen die Ölförderung in Niedersachsen machen wollte und sich dabei undistanziert zum Erfüllungsgehilfen von Kritikern/Gegnern/“Aktivisten“ gerierte.

Dass Frau Höber mit ihrem Journaktivismus auf einem anderen Gebiet bereits juristisch Federn lassen musste, möchten wir zum Abschluss nicht unerwähnt lassen. Gelernt hat sie daraus anscheinend nichts. Hier der LINK: http://www.umweltruf.de/2014_Programm/news/news_druck.php3?nummer=2642

 

Artikelfoto: Ausschnitt Ölfeld Emlichheim an der deutsch-niederländischen Grenze. Foto: Steven Arndt, Januar 2017.

 

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Lagerstättenwasser-Austritt Emlichheim 132 – Die Skandalisierung https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/lagerstaettenwasser-austritt-emlichheim-132-die-skandalisierung/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/lagerstaettenwasser-austritt-emlichheim-132-die-skandalisierung/#respond Sun, 18 Aug 2019 16:28:09 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8249 Am 05.08.2019 informierten wir über die Faktenlage zum nach bisherigen Erkenntnissen erfolgten massiven Austritt von Lagerstättenwasser aus der Injektionsbohrung „Emlichheim 132“. Im damaligen Beitrag kündigten wir an, eventuell über die mediale sowie insbesondere durch Bürgerinitiativen großteils jenseits der Faktenlage vorgenommene Skandalisierung und Dramatisierung zu schreiben. Hier ist nun das Ergebnis ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Dramatisierung […]

Der Beitrag Lagerstättenwasser-Austritt Emlichheim 132 – Die Skandalisierung erschien zuerst auf Erdöl und Erdgas in Deutschland.

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Am 05.08.2019 informierten wir über die Faktenlage zum nach bisherigen Erkenntnissen erfolgten massiven Austritt von Lagerstättenwasser aus der Injektionsbohrung „Emlichheim 132“. Im damaligen Beitrag kündigten wir an, eventuell über die mediale sowie insbesondere durch Bürgerinitiativen großteils jenseits der Faktenlage vorgenommene Skandalisierung und Dramatisierung zu schreiben. Hier ist nun das Ergebnis ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Dramatisierung und Skandalisierung des Vorfalls

Förder- und Transportanlagen im Ölfeld Emlichheim. Foto: S.Arndt, März 2019

Wie kaum anders zu erwarten , ist der Vorfall ein gefundenes Fressen für die Kritiker/Gegner der inländischen Gewinnung von Erdöl und Erdgas. Sie fühlen sich, wie der Einblick auf einige ihrer verschiedenen Seiten mit oftmals identischem Inhalt beweist, in ihren Vorurteilen bestätigt. Und auch die Medien, allen voran der von uns häufig kritisierte NDR, bestätigt einmal mehr, dass es ihm nicht nur an sachlicher Darstellung der Faktenlage gelegen ist, sondern auch unbedingt das leider typische Skandalisierungs-/Dramatisierungsmoment in die Berichterstattung eingebaut werden muss.

Schauen wir uns zunächst den NDR an:

Während mit Bezug auf die Pressemitteilungen der damaligen Wintershall sowie des LBEG vom im März 2019 noch die Faktenlage wiedergegeben wurde, nahm es der für seine Skandalisierungen von Vorkommnissen rund um die Erdöl- und Erdgasförderung in Norddeutschland bekannte Sender mit den Fakten nicht mehr so genau bzw. verfälschte die Tatsachen. Zudem fiel der NDR abermals durch mangelhaftes Verständnis hinsichtlich des Erdölgewinnungsprozesses auf (Wegen Lecks: Althusmann prüft Einpressbohrungen).

Es beginnt bereits damit, dass das mit der Erdölförderung natürlicherweise anfallende Wasser als „Giftwasser“ bezeichnet wird. Hier wird einfach das Narrativ von Anti-Gasförderungsinitiativen übernommen und es stellt sich die Frage, warum ein öffentlich-rechtlicher Sender sich des Jargons von Boulevardmedien bedient. Lagerstättenwasser (LaWa) kann, muss aber nicht, Giftstoffe enthalten. Und selbst wenn, ist das Wasser aufgrund der geringen Konzentrationen der Stoffe dadurch nicht giftig. In der Slowakei wird Lagerstättenwasser sogar in einem Heilbad genutzt: „Das Lagerstättenwasser mit den möglichen Feststoffpartikeln darin ist so giftig oder ungiftig wie jedes Wasser aus der Tiefe, also auch das Thermalwasser in Heilbädern. Im berühmten Heilbad Piestany (Slowakei) wird solches Lagerstättenwasser zur Heilung von Gelenkschäden genutzt, das Heilwasser riecht nach Schwefel und Erdöl.“ (Prof. Dr, Mhamed Amro in einem Interview mit dem Science-Skeptical-Blog 2014).

Innerhalb des Beitrags befindet sich zudem noch eine Verlinkung zum „Fragen und Antworten“-Katalog des LBEG. Die Verlinkung ist betitelt mit „Fragen und Antworten zum LAGERWASSERaustritt“. Was auch immer „Lagerwasser“ sein soll… „Verseucht“ ist dieses Wasser auch nicht, wie es in einer Bildunterschrift beim NDR heißt. Das Lagerstättenwasser enthält die unliebsamen Komponenten von Natur aus.

Doch auch ansonsten fällt der NDR mit weiteren Ungereimtheiten auf. So heißt es in dem Beitrag, dass in Emlichheim „ein Gemisch aus rund 90 Prozent Lagerstättenwasser und 10 Prozent Erdöl an die Oberfläche gepresst“ würde. Tatsächlich verhält es sich so, dass dieses Gemisch hochgepumpt werden muss. Dazu werden Kolbentiefpumpen verwendet, die durch Konstruktionen angetrieben werden, die entfernt an Pferde oder Esel erinnern und deshalb in Deutschland (noch) unter „Pferdekopfpumpen“ oder im Englischen unter „nodding donkeys“ bekannt sind ( der Niederländer sagt auch „Janikkers“ dazu…)

Bürgerinitiativen sprechen von „Katastrophe“

Ölfeld Emlichheim: Förderanlagen bei Nacht. Foto: S.Arndt, März 2019

Seit ca. 2011 existieren verschiedene Initiativen in Deutschland, die gegen die heimische Erdöl- und Erdgasförderung Opposition betreiben. Für diese Initiativen ist der Vorfall ein gefundenes Fressen. Zwar gibt es bislang keine Erkenntnisse darüber, dass die Umwelt beeinträchtigt wurde, es spricht nach ersten Ergebnissen auch nichts dafür; aber das interessiert die Gegnerschaft nicht.

Stattdessen werden die üblichen Horrorszenarien bar der Faktenlage in die Welt hinausposaunt oder gar unterstellt, Behörden wie Betreiber würden etwas verschweigen.

Fangen wir bei der Bürgerinitiative „Kein Fracking in der Heide!“ an. Diese fühlte sich berufen, zum Ereignis eine Pressemitteilung (PM) zu verfassen, obgleich ihr eigentliches Agitationsgebiet die existierenden Ölfelder Hamburgs sowie der nördliche Teil der Lüneburger Heide ist, wo in den vergangenen Jahren irgendwelche ausländischen „Schießbudenunternehmen“ Aufsuchungserlaubnisse für Erdöl- und Erdgas im Nordabschnitt des erdölhöffigen Hamburg-Gifhorner Trogs erhalten haben. Mit dem Rückzug dieser Unternehmen sowie mangels zur Skandalisierung geeigneter Vorfälle in den hamburgischen Ölfeldern suchte man sich ein neues Betätigungsfeld und fand es im aktuellen Schadensfall fernab der Landesgrenzen Hamburgs.

Bei der Facebookpräsenz von „Stop Fracking“ wird das Schadensereignis als „LaWa-Katastrophe“ bezeichnet (LINK), wenngleich die typischen Charakteristika einer Katastrophe fehlen (Wikipedia). Doch maßlose Übertreibungen, die Verwendung falscher Begriffe sowie aus den Fingern gesogene Milchmädchenrechnungen sind leider das Wesen solcher Initiativen, die sich regelmäßig anmaßen, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Schauen wir uns deshalb eine solche Milchmädchenrechnung, die der Skandalisierung und Dramatisierung dienen soll, einmal an:

In der PM heißt es, das LaWa wiese einen Salzgehalt (Salinität) von 20 bis 30 Prozent hätte, was 200 g bis 300 g je Liter entspräche. Woher die Initiative diese Werte hat, bleibt offen. Nur soviel: Die Löslichkeitsgrenze für Natriumchlorid (Kochsalz) liegt bei etwa 270 g je Liter (Wasser und Lösungen: Löslichkeit von Salzen…). 300 g je Liter sind demnach nicht möglich. Ferner heißt es, in „unbelastetem“ Grundwasser wären nur 20 bis 30 Milligramm, mithin ein 10.000stel an Salz enthalten. Nun weisen Grundwässer keinen einheitlichen Chemismus aus. Mit zunehmender Tiefe nimmt die Salinität oftmals zu, so dass  tieferligende Grundwasserkörper von Natur aus nicht nutzbar sind. Doch dieses Faktum interessiert die Bürgerinitiative nicht. Sie behauptet stattdessen, dass, wenn sich die ausgetretenen 140.000 bis 220.000 Kubikmeter LaWa mit dem „unbelasteten“ Grundwasser vermischen würden, 140 Millionen bis 220 Millionen Kubikmeter „unbelastetes“ Grundwasser versalzen wären, sprich die 10.000-fache Menge des ausgetretenen LaWa.

Das ist natürlich absoluter Blödsinn, weil sich das ausgetretene LaWa aufgrund seines höheren spezifischen Gewichts sich nicht mit dem weniger salzhaltigen Grundwasser vermischen kann. Das LaWa lagert sich einfach darunter ab. Dieser Sachverhalt lässt sich übrigens in einem kleinen Experiment in der heimischen Küche nachvollziehen.

Man benötigt dafür zwei Gläser mit einem Volumen von 200 Milliliter bzw. 0,2 Liter. In jedes Glas füllt man 100 Milliliter Trinkwasser aus der Leitung. In eines der beiden Gläser gibt man 20 g Salz (= 20 Gewichtsprozent des bereits eingefüllten Wassers) und löst es unter Umrühren auf. Dann gießt man mit Hilfe eines Trichters die Salzlösung langsam in das Glas mit reinem Wasser. Zu beobachten ist dabei, dass das salzhaltige Wasser sich unter Schlierenbildung unter dem Süßwasserkörper ablagert. Nach kurzer Zeit ist eine scharfe Grenze zwischen dem Süßwasserkörper oben und dem Salzwasserkörper unten zu beobachten. Ein leicht schräger Blick ins Glas weist einen zweiten Spiegel auf. Das ist die Grenze zwischen Süß- und Salzwasser. Dass das obere Wasser tatsächlich süß ist, lässt sich durch einen Geschmackstest nachvollziehen. Diese Süß-/Salzwasserschichtung lässt sich auch in der Natur beobachten, z.B. in den tiefen Becken der Ostsee oder noch deutlicher im Schwarzen Meer. Aber auch bezüglich des Grundwassers gilt diese natürliche Gesetzmäßigkeit, selbst wenn es naturwissenschaftlich fernen Bürgerinitiativlern in ihrer moralischen Selbstüberhöhung nicht zu vermitteln ist.

Wasserbauingenieur wirft Wintershall Dea „alternatives Factsheet“ vor

Ausschnitt Ölfeld Emlichheim. Foto: S. Arndt, Januar 2017.

Gibt es in Deutschland einen Zwischenfall im Zusammenhang mit der Erdöl- und Erdgasgewinnung und sei er noch so unbedeutend (was der hier diskutierte der „Emlichheim 132“ ausdrücklich nicht ist!) bzw. geht es darum, die Lokalbevölkerung zu verunsichern, dann treten zügig gewisse Personen an die Öffentlichkeit. Einer von ihnen ist der Wasserbauingenieur Bernd Ebeling aus dem östlichen Niedersachsen. Er fühlte sich berufen, bei „Gegen Gasbohren“ einen Beitrag zu veröffentlichen, in dem er Wintershall Dea vorwirft, „alternative Fakten“ zu verbreiten. Doch seine Beweisführung selbst ist ziemlich dürftig.

Zum Grundwasserschaden selbst schreibt Ebeling: „Dieser Grundwasserschaden ist vermutlich einer der größten Umweltschäden in der Geschichte der deutschen Erdölförderung.“ Dabei ist nach bisherigem Kenntnisstand kein Umweltschaden eingetreten. Denn Umwelt bezeichnet etwas, mit dem ein Lebewesen in kausalen Beziehungen steht. Der Bereich, in dem es zum Austritt von LaWa kam, ist von diesen kausalen Beziehungen entkoppelt.

Ebeling moniert, dass aus dem Factsheet der Wintershall Dea zu entnehmen ist, dass im Bereich der schadhaften Bohrung „Emlichheim 132“ natürlicherweise versalzenes, nicht nutzbares Grundwasser bereits in nur 36 Metern Tiefe vorkommt, Indizien für LaWa aber erst ab 99 Metern Tiefe (Pressemitteilung Wintershall Dea mit Aktualisierung vom 12.08.2019) und das Unternehmen den Chloridgehalt des Lagerstättenwassers etwa doppelt so hoch wie dem des Meerwassers der Nordsee einordnet. Für Ebeling stellt dies eine Verharmlosung des Schadensfalls dar, da niemand „Nordseewasser mit einem Chloridgehalt von 19,3 g/l trinken und auch nicht zur Bewässerung in Gärten und Landwirtschaft verwenden [würde], da boden-, pflanzen und wasserschädlich.“

Herr Ebeling übersieht dabei jedoch die Tatsachen, dass es a) keine Trinkwassergewinnung im Abstrombereich der schadhaften Bohrung „Emlichheim 132“ gibt und b) das Grundwasser, unter dem sich das ausgetretene LaWa ausgebreitet hat, aufgrund natürlicher Versalzung zudem nicht zur Bewässerung und schon gar nicht zum Trinken geeignet ist. Wäre es nicht so traurig, dann wäre es fast schon amüsant, wie sich Bernd Ebeling unter Auslassung veröffentlichter Informationen die Wahrheit zurechtbiegt und anderen Verbreitung „alternativer Fakten“ vorwirft.

„No Moor Gas“ – Reisefreudige Gruppierung mit Vorwürfen ohne Einordnung

MBWS-Bohranlage T-48 im Einsatz im Ölfeld Emlichheim. Foto: S. Arndt, Januar 2017

Nachdem bekannt wurde, dass die einstige DEA eine Aufsuchungserlaubnis für Kohlenwasserstoffe rund um Bremen erteilt bekommen hatte und seismische Untersuchungen zur Identifizierung eventueller unentdeckter Erdgaslagerstätten durchführen wollte, gründete sich umgehend eine sehr rürige und mittlerweile auch als sehr reisefreudige „Dagegen!“-Bürgerinitiative. Auch das Ölfeld Emlichheim wurde bereist und zum hier diskutierten Schadensfall ein Beitrag verfasst, der an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten ist. Offensichtlich hat man die verlinkte Stellungnahme des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums nicht verstanden oder bewusst ignoriert.

Aus der Tatsache, dass im tieferen Untergrund im nicht nutzbaren Grundwasser Geringfügigkeitsschwellenwerte (GFS) für Grundwasser überschritten wurden, will die Initiative eine Gefährdung für die Bevölkerung ableiten: „Und wir erinnern uns an die Presseinfo des LBEG hierzu vor 2 Wochen, wo von „keiner akuten Gefährdung“ ausgegangen wird.“ Auch wenn es der BI nicht zu vermitteln ist bzw. sie es nicht begreifen will, weil es offensichtlich an naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen mangelt: Grundwasser, dass nicht genutzt wird, da von Natur aus unnutzbar, kann die menschliche Gesundheit nicht gefährden. Zudem ist das aus der Bohrung Emlichheim 132 ausgetretene LaWa vom Naturhaushalt entkoppelt.

Ferner wird geschrieben: „Das LBEG kann ja mal eine Landpartie nach Bothel oder Völkersen machen und die Menschen vor Ort fragen, ob Benzol schädlich ist…“ Dazu muss das LBEG keine Landpartie mit Verbrennungsmotoren machen, wie es offensichtlich die BI bei ihren diversen Reisen tut. Dass Benzol gesundheitsgefährdend ist und als krebserregend bekannt ist, ist allgemein bekannt.

Nur hat das LBEG bereits die empfohlene Landpartie bereits in 2012 sowie in 2016 durchgeführt und keine bedenklichen Benzolkonzentrationen festgestellt (Studie 1 sowie Studie 2) auch wenn es besserwisserische BI unter Ausblendung der Faktenlage nicht wahrhaben wollen. Doch wer regelmäßig durch Medien unkritisch begleitet wird, seien es nun Lokalpostillen, öffentlich-rechtliche Sender wie der NDR oder auch überregionale Zeitungen, und dort Bestätigung für seine Diffamierungskampagnen und Unterstellungen findet, dem kann die eigene Agitiation und Propaganda schon zu Kopfe steigen. Nach der „Argumentation“ dieser BI müsste umgehend das Reisen per Bahn verboten werden, da es hier bereits zu Unfällen kam und künftig auch kommen wird, womit ein sicherer Betrieb nicht gewährleistet ist.

Die erwähnte Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums ist unabhängig davon absolut lesenswert und gibt sachlich-nüchtern den aktuellen Stand des Schadensfalles wider, ohne sinnfrei ins Dramatische abzugleiten. Die BI schreibt in ihrem Beitrag zur „Emlichheim 132“, dass bis zu „220.000 Kubik“ LaWa ausgelaufen seien. Die Maßeinheit „Kubik“ gibt es übrigens nicht. „Kubik“ ist vielmehr ein Zusatz zu einer Maßeinheit, um Höhe/Breite/Länge darzustellen und teilt den Wortstamm mit „Kubus“ = Würfel, also einem geometrischen Körper. Zu den mathematisch-naturwissenschaftlichen Defiziten zahlreicher Bürgerinitiativler mit dem Anspruch die Bevölkerung zu informieren sind weiter oben bereits die entsprechenden Worte verloren worden.

Zusammenfassung der Fakten

In der Bohrung „Emlichheim 132“ kam es zu einem Korrosionsschaden, der dazu führte, dass salzhaltiges Lagerstättenwasser ausgetreten ist. Oberflächengewässer, oberflächennahes Grundwasser oder auch Landnutzungsflächen sind von dem Schadensfall nicht betroffen. Entsprechend besteht auch keine akute Gefährdung der Umwelt oder gar der menschlichen Gesundheit. Daran ändern tatschenverdrehende bis tatsachenleugnende Behauptungen verschiedener gegen die heimische Erdöl- und Erdgasgewinnung opponierender Bürgerinitiativen oder Aktivisten nichts. Schlagzeilen der Presse wie „Krebsgefahr nicht ausgeschlossen“ der linksradikalen TAZ vom 08.08.2019 tragen zur sachlichen Auseinandersetzung ganz gewiss ebensowenig bei.

Fakt ist aber auch, dass sich Wintershall Dea als Betreiber der schadhaften Bohrung die Frage gefallen lassen muss, warum der Schaden überhaupt in diesem Ausmaß unentdeckt bleiben konnte, obwohl es bereits vier Jahre zuvor Hinweise auf eine unzureichende Integrität der betroffenen Bohrung gab. Der bereits damals unter Argusaugen betrachteten Erdöl- und Erdgasgewinnung in Deutschland hat man damit letztendlich unter Beachtung der erwartbaren Skandalisierung, Dramatisierung und erwartbarer Häme seitens der Gegnerschaft einen Bärendienst erwiesen.

Abschluss: Nach uns vorliegenden Informationen gab es beim Besuch der „Emlichheim 132“ des niedersächsischen Wirtschaftsministers Althusmann Demonstrationen. Teilnehmer sind u.a. aus dem weit entfernten Landkreis Rotenburg (Wümme) angereist und das gewiss nicht per Bahn oder Rad, sondern mit Autos, deren Antrieb von Erdölprodukten abhängig ist. Darunter auch der über Jahre hinweg beim NDR stets als „Anwohner“ bezeichnete Andreas Rathjens. Das belegen Fotos bei „Stopp Fracking“. Tatsächliche Anwohner aus Emlichheim waren übrigens nicht vor Ort.

 

Artikelfoto: Ausschnitt des östlichen Teils des Ölfeldes Emlichheim. Foto: S. Arndt, März 2019

Der Beitrag Lagerstättenwasser-Austritt Emlichheim 132 – Die Skandalisierung erschien zuerst auf Erdöl und Erdgas in Deutschland.

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Gasbohrungen bei Märkisch-Buchholz werden verfüllt https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/gasbohrungen-bei-maerkisch-buchholz-werden-verfuellt/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/gasbohrungen-bei-maerkisch-buchholz-werden-verfuellt/#respond Sun, 11 Aug 2019 16:41:07 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8259 In den 1980er Jahren wurden bei Märkisch-Buchholz in Brandenburg Bohrungen zur Erkundung von Erdöl- und Erdgasvorkommen niedergebracht. Bereits die erste traf auf eine Erdgaslagerstätte. Aufgrund des geringen Anteils brennbarer Kohlenwasserstoffe von zusammen nur ca. 10 Prozent (Methan 5,6 %, Quelle) erfolgte keine Inproduktionsnahme. Doch 2013 änderte sich das. Der damalige Inhaber des Bergwerkfeldes, GDF-Suez, beantragte […]

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In den 1980er Jahren wurden bei Märkisch-Buchholz in Brandenburg Bohrungen zur Erkundung von Erdöl- und Erdgasvorkommen niedergebracht. Bereits die erste traf auf eine Erdgaslagerstätte. Aufgrund des geringen Anteils brennbarer Kohlenwasserstoffe von zusammen nur ca. 10 Prozent (Methan 5,6 %, Quelle) erfolgte keine Inproduktionsnahme. Doch 2013 änderte sich das. Der damalige Inhaber des Bergwerkfeldes, GDF-Suez, beantragte Wartungs- und eine damit einhergehende Fördertestarbeiten an den drei bestehenden Erdgasbohrungen.

Pläne zur Erschließung stießen umgehend auf Widerstand

Workover auf der Bohrung Märkisch-Buchholz 2 im Februar 2014, Foto: S. Arndt

Im Juni 2013 trat GDF-Suez mit der Information an die Öffentlichkeit, die drei vorhandenen Bohrungen im Bereich der Erdgas-Kondensat-Lagerstätte Märkisch-Buchholz warten zu wollen. Im Zuge dieser Arbeiten sollte auch eine kurze Testförderung vorgenommen werden. Wir berichteten darüber am 18.06.2013. Im Oktober 2013 sind die Arbeiten schließlich von der zuständigen Behörde, dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Cottbus genehmigt worden. Darüber haben wir am 11.10.2013 informiert.

Allerdings fiel die Ankündigung des Vorhabens in einer denkbar ungünstige Zeit für Erdöl- und Erdgasprojekte in Deutschland. Denn nach mehrfacher unkritischer Ausstrahlung des Films „Gasland“ wurde die Förderindustrie als das neue große Böse nach 2011 politisch verordnetem Niedergangs der Kernkraftindustrie in Deutschland angesehen. Die Skandalisierung jedes noch so kleinen Vorfalls im Zusammenhang mit der Erdöl-Erdgasförderung in den Medien trug ihr Scherflein dazu bei. Und so war es wenig überraschend, dass sich auch in Märkisch-Buchholz und umliegenden Ortschaften eine Bürgerinitiative gründete, um gegen das Projekt vorzugehen. Dabei war, wie leider üblich, nahezu jedes Mittel zur Verunsicherung und Desinformation unbedarfter Mitbürger recht.

Bestehende Bohrungen sollten Förderung in Märkisch-Buchholz dienen

Zustandsbild Bohrung Märkisch-Buchholz 1 im November 2018. Foto: S. Arndt

Ungefähr zwei Jahr später konkretisierten sich die Pläne von GDF-Suez hinsichtlich der Inproduktionsnahme der Lagerstätte. Zur Förderung sollten die Bohrungen Märkisch-Buchholz 1 und 3 genutzt werden. Für die Versenkung des unvermeidlich anfallenden Lagerstättenwassers die nicht fündige Bohrung Märkisch-Buchholz 2, die unterhalb des gasführenden Bereiches das Randwasser der Lagerstätte antraf. Die Aufbereitung des Erdgases sollte in einer eingehausten Anlage im Gewerbegebiet von Märkisch-Buchholz erfolgen. Details zur geplanten Verwertung des Methans sowie der weiteren brennbaren Komponenten können in unserem Beitrag Zukunftsweisende Konzepte der Erdgasproduktion in Deutschland Teil I nachgelesen werden.

Mitte 2016 gab es jedoch eine Neuerung: Der nun unter ENGIE firmierende Inhaber des Bergwerkfeldes gab bekannt, die vorhandenen Bohrungen, die immerhin zu diesem Zeitpunkt bereits 30 Jahre alt waren, nicht für die Förderung nutzen zu wollen. Im Zuge der durchgeführten Revisionsarbeiten konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass die Bohrungen heutigen Sicherheitsanforderungen unter Produktionsbedingungen genügen. Deshalb entschied sich ENGIE, stattdessen am Standort der Fundbohrung Märkisch-Buchholz 1 zwei neue Produktionsbohrungen abzuteufen. Zudem sollte die Aufbereitungsanlage nicht mehr im Gewerbegebiet des kleinen Städtchens errichtet werden, sondern unmittelbar neben den Produktionsbohrungen. Weitere Informationen gibt es unter Neukonzeption Erdgasförderung Märkisch-Buchholz. Doch auch dazu kam es nicht. Denn ENGIE veräußerte seine Erdöl- und Erdgaslagerstätten an Neptune Energy, sofern diese, jeweils auf Deutschland bezogen, nicht zuvor von Vermilion Energy erworben worden sind.

Neptune Energy verfolgt Projekt Märkisch-Buchholz nicht weiter

Zustandsbild Bohrung Märkisch-Buchholz 2 im November 2018. Foto: S.Arndt

Bereits kurz nach Erwerb der Lagerstätte teilte Neptune Energy mit, das Vorhaben nicht weiter verfolgen zu wollen. Wirtschaftliche Gründe sollen dafür ausschlaggebend sein. Inwiefern der konzertierte Widerstand der Bürgerinitiative mit eine Rolle gespielt hat, sei dahingestellt, aber die Sektkorken dürften bei den Protagonisten geknallt haben.

Entsprechende Sonderbetriebspläne zur Verfüllung der drei bestehenden Bohrungen hat das Unternehmen nunmehr beim LBGR eingereicht. Für das Vorhaben ist der Zeitraum zwischen September und Dezember 2019 vorgesehen. Für die Verfüllungsarbeiten ist laut Pressemitteilung des Betreibers eine ca. 50 Meter hohe Winde vorgesehen. Anmerkung des Verfassers: Bei dieser Höhenangabe ist mindestens mit einer größeren Anlage zu rechnen. Welche, bleibt abzuwarten, denn wie Neptune Energy weiter schreibt, beginnen die Arbeiten vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen sowie der Verfügbarkeit technischer Anlagen.

Zunächst wird die Märkisch-Buchholz 2 inmitten eines Kiefernwaldes auf dem Gebiet der Gemeinde Münchehofe verfüllt. Anschließend folgen die beiden weiteren Bohrungen. Für jede Bohrung sind jeweils sechs Wochen für die Verfüllungsarbeiten vorgesehen. Eventuell sind Nachtarbeiten nicht zu vermeiden. Bis zum abschließenden, vollständigen Rückbau der ehemaligen Betriebsplätze und der Zufahrtswege zu einem späteren Zeitpunkt werden die Plätze und die verfüllten Bohrlöcher weiterhin regelmäßig kontrolliert.

Artikelfoto: Workover auf der Bohrung Märkisch-Buchholz 2 im Februar 2014, Foto: S. Arndt

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Lagerstättenwasser-Austritt Emlichheim – Die Fakten https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/lagerstaettenwasser-austritt-emlichheim-die-fakten/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/lagerstaettenwasser-austritt-emlichheim-die-fakten/#respond Mon, 05 Aug 2019 17:29:27 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8246 Am 15. März 2019 meldete die damalige Wintershall als Betreiber des Erdölfelds Emlichheim einen Korrosionsschaden an einer Bohrung, die dem Einpressen von Lagerstättenwasser dient. Am gleichen Tag gab die zuständige Aufsichtsbehörde, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) eine entsprechende Pressemitteilung heraus. Wie die nachfolgend aufgezeigte Chronologie der Mitteilungen zeigt, wurde die Öffentlichkeit sowohl […]

Der Beitrag Lagerstättenwasser-Austritt Emlichheim – Die Fakten erschien zuerst auf Erdöl und Erdgas in Deutschland.

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Am 15. März 2019 meldete die damalige Wintershall als Betreiber des Erdölfelds Emlichheim einen Korrosionsschaden an einer Bohrung, die dem Einpressen von Lagerstättenwasser dient. Am gleichen Tag gab die zuständige Aufsichtsbehörde, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) eine entsprechende Pressemitteilung heraus. Wie die nachfolgend aufgezeigte Chronologie der Mitteilungen zeigt, wurde die Öffentlichkeit sowohl von dem nun nach einer Fusion unter WintershallDea firmierenden Betreiber als auch vom LBEG über den Fortgang der Folgeuntersuchungen informiert. Mit dem Bekanntwerden, dass große Volumina an Lagerstättenwasser ausgetreten sind, folgten prompt dramatisierende Medienberichte sowie Stellungnahmen von Gegnern der inländischen Erdöl- und Erdgasgewinnung. Letztere versuchen den Vorfall durch offensichtliche „Fake-News“ für ihre Zwecke zu missbrauchen, während die Medien, allen voran der NDR, wieder einmal ein merkwürdiges Verständnis sachlicher Berichterstattung offenbaren. Im Folgenden stellen wir die bisherigen Erkenntnisse faktenbasiert dar und erlauben uns gemäß unseres Anspruchs zusätzlich in einem folgenden Artikel eine deutliche Kritik an den dramatisierenden Medien und desinformierenden Initiativlern/Aktivisten, welche gegen die heimische Kohlenwasserstoffgewinnung opponieren.

Chronologie der Meldungen zum Lagerstättenwasser-Vorfall

Erdölfeld Emlichheim. Foto: Steven Arndt

Die erste Meldung, dass es zu einem Korrosionsschaden an der Bohrung „Emlichheim 132“ (EM 132) zur Wiedereinleitung von Wasser in die Erdöllagerstätte, aus der es ursprünglich stammt (deswegen auch die Bezeichnung „Lagerstättenwasser“) erschien am 15. März 2019. Ob und in welchem Umfang Lagerstättenwasser ausgetreten ist, konnte zum damaligen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Das LBEG gab in einer Pressemitteilung mit gleichem Datum bekannt, dass „möglicherweise“ das aus der Erdöllagerstätte mitgeförderte Wasser beim Wiedereinbringungsprozess über die Korrosionsstelle in 148 bis 213 Metern Tiefe ausgetreten sein könnte. Die Korrosion wurde übrigens bei routinemäßigen Wartungsarbeiten im Oktober 2018 festgestellt.

Eine Woche später gab das LBEG eine Pressemitteilung heraus, aus der hervorging, dass auch bei einer zweiten Einpressbohrung im Feld Emlichheim Korrosionen an der Verrohrung der Bohrung festgestellt worden sind. Wenige Tage später veröffentlichte der Betreiber Wintershall am 25.03.2019 eine Mitteilung dazu. Aus Oberflächengewässern sowie oberflächennahem Grundwasser sollen Proben entnommen werden, um etwaige Kontaminationen durch Lagerstättenwasser festzustellen, hieß es. Diese Mitteilungen wurden auch vom NDR aufgegriffen.

Nur wenige Tage später, am 28.04.2019, gab es weitere Nachrichten zum Vorfall sowohl durch den Betreiber als auch durch das LBEG. Während das LBEG nur den aktuellen Stand wiedergab und knapp die weitere Vorgehensweise skizzierte, ging der Betreiber des Erdölfelds Emlichheim bezüglich der weiteren geplanten Untersuchungen weiter ins Detail. Mehr ist den jeweiligen Pressemitteilungen des LBEG bzw. der Wintershall zu entnehmen.

Und nur zwei Tage darauf, am 30.04.2019, wurde die Öffentlichkeit wiederum informiert. Sowohl durch den Betreiber, als auch durch das LBEG. Die Betonung auf „die Öffentlichkeit“ ist insofern wichtig, als dass Kritiker/Gegner aktuell 3 Monate später tatsachenwidrig behaupten, dass die Öffentlichkeit nicht über den Vorfall sowie Untersuchungsergebnisse in Kenntnis gesetzt worden sind. Dazu mehr im weiteren Verlauf des Beitrags.

Lagerstättenwasseraustritt nachgewiesen

Tiefpumpenantrieb im Erdölfeld Emlichheim. Foto: Steven Arndt, Januar 2017.

Über gut zwei Monate ließen weitere Informationen auf sich warten, bis am 3. Juli 2019 das LBEG bekannt gab, dass tatsächlich an der schadhaften Bohrung EM 132 Austritt von Lagerstättenwasser bestätigt werden konnte. Unterhalb von 150 m Teufe ist mittels Fördertests festgestellt worden, dass die Bohrung nicht dicht ist. In der zurückgeförderten Flüssigkeit konnten Rückstände von Lagerstättenwasser nachgewiesen werden. Über die ausgetretene Menge konnten Anfang Juli noch keine Aussagen getroffen werden.

Mit Ausklang des Julis 2019 jedoch lagen Ergebnisse vor, die vom Betreiber, der inzwischen unter WintershallDea firmiert, mit Datum vom 29.07.2019 der Öffentlichkeit bekannt gegeben worden sind. Demnach könnten „140.000 bis möglicherweise 220.000 Kubikmeter Lagerstättenwasser in den Untergrund gelangt sein“. Die Daten basieren auf einem abgeschlossenen Einpresstest, demnach unter den Bedingungen des gegenwärtigen Schadensbildes.

Zur weiteren Untersuchung hat das Unternehmen ein Tiefbohrung in der Nähe der Bohrung EM 132 zur genaueren Erkundung des Untergrundes begonnen. Sie wir d rund sechs Wochen andauern . Es werden Untersuchungen von Sediment- und Wasserproben erfolgen, mit denen ein Untersuchungsbild bis in 230 Metern Tiefe erarbeitet wird. Nach wie vor sind keine Beeinträchtigungen für Flora und Fauna sowie die menschliche Gesundheit nachgewiesen.

Die aktuelle Faktenlage

Bohrarbeiten in Emlichheim. Foto: Steven Arndt, Januar 2017

Erwartungsgemäß gibt es zum Vorfall verschiedene Meldungen der Massenmedien sowie der gegen die einheimisch Gewinnung von Erdöl und Erdgas  opponierenden Initiativen, die jedes Vorkommnis dramatisieren und skandalisieren, oftmals in vertrauter Eintracht, wie wir es auf diesem Blog vielfach nachgewiesen haben. Doch zunächst zur Faktenlage über die Berichte der offiziellen Medien hinaus und dabei mit Berufung auf das LBEG:

01: Es sind (könnten) 140.000 bis 220.000 Kubikmeter Lagerstättenwasser aus der Bohrung EM 132 ausgetreten sein

02: Sowohl Innenrohr als auch Außenrohr der Bohrung sind korrodiert

03: Seit Oktober 2018 ist die EM 132 stillgelgt. Es kann kein Lagerstättenwasser mehr austreten

04: Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Lagerstättenwasser in über 150 m Tiefe ausgetreten

05: Aufgrund der Austrittstiefe sowie nicht nachgewiesener Kontaminierung von Oberflächengewässern sowie oberflächennahen Grundwasserleitern gibt es keine Gesundheitsgefährdung für Menschen

06: Der Schaden wurde bei bzw. im Nachgang routinemäßiger Wartungsarbeiten entdeckt.

07: Nach Kenntnis des LBEG sind keine weiteren Schäden an den weiteren ca. 220 Einpressbohrungen in Niedersachsen bekannt.

Dem vom LBEG zur Verfügung gestellten Kartenmaterial lässt sich entnehmen, dass der Austritt des Lagerstättenwassers in Sanden des Tertiärs stattfand. In diesen Sanden befindet sich bereits Wasser, das nicht zur Trinkwassergewinnung und auch nicht zur Beregnung landwirtschaftlicher Flächen geeignet ist, da es aufgrund seiner Einlagerung über mehrere Millionen Jahre bereits mineralisiert ist. Für Flora und Fauna nutzbare Grundwasservorkommen sind in Norddeutschland in geologischer Hinsicht quasi  ausnahmslos in jüngeren Sanden und Kiesen des Quartärs zu finden.

Dieser Fakt ist für die Fortsetzung „Lagerstättenwasser-Austritt Emlichheim – Die Skandalisierung“ von nicht unerheblicher Bedeutung.

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Erkundungsbohrung „Steig1“ stößt auf Öl https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/erkundungsbohrung-steig1-stoesst-auf-oel/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/erkundungsbohrung-steig1-stoesst-auf-oel/#respond Wed, 17 Jul 2019 18:20:37 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8235 Ende Mai berichteten wir über den unmittelbar bevorstehenden Beginn der Erdölerkundungsbohrung „Steig 1“ nahe der oberrheinischen Ortschaft Weingarten. Bei Weingarten ist bereits zwischen Mitte der 1930er Jahre bis in die frühen 1960er Jahre auf auch für deutsche Verhältnisse bescheidenem Niveau Erdöl gewonnen worden. Das seit einigen Jahren in den in den Kohlenwasserstoffprovinzen „Oberrheingraben“ sowie „Alpenvorland“ […]

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Ende Mai berichteten wir über den unmittelbar bevorstehenden Beginn der Erdölerkundungsbohrung „Steig 1“ nahe der oberrheinischen Ortschaft Weingarten. Bei Weingarten ist bereits zwischen Mitte der 1930er Jahre bis in die frühen 1960er Jahre auf auch für deutsche Verhältnisse bescheidenem Niveau Erdöl gewonnen worden. Das seit einigen Jahren in den in den Kohlenwasserstoffprovinzen „Oberrheingraben“ sowie „Alpenvorland“ aktive Unternehmen Rhein Petroleum erhofft sich dennoch, wirtschaftlich förderbare Ölvorkommen zu erschließen. Inzwischen wurde die Bohrung beendet und mit ihr Erdöl angetroffen.

Bohrziel der „Steig 1“ in 900 Metern Tiefe

Bohranlage auf "Steig 1"

MND-Rig 40 (ehemals ITAG Rig 40) auf Bohrung „Steig 1“ nach Abschluss der Bohrarbeiten. Foto mit freundlicher Genehmigung unseres Lesers F. Müller.

Das Ziel der Bohrung befand sich ca. 900 Meter unter der Erdoberfläche in den „Pechelbronner Schichten“ In diesen Schichten sind über den gesamten Oberheingraben unregelmäßig verteilt zahlreiche Erdöllagerstätten entdeckt worden. Viele davon hatten jedoch nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Kaum ein Vorkommen erreichte eine kumulative Förderung von über 100.000 Tonnen und lediglich zwei überstiegen die Millionen-Tonnen-Grenze. Zum Vergleich: In Deutschland werden jährlich ungefähr 100 Millionen Tonnen Erdöl verbraucht.

Mit der „Steig 1“ sollte ein Erdölvorkommen bestätigt werden, welches bereits seit den 1950er bekannt ist und sich in unmittelbarer Nähe der Lagerstätte „Weingarten“ befindet, gab Rhein Petroleum u.a. in einer Pressemitteilung vom 20.05.2019 bekannt. Es war seinerzeit offenbar nicht wirtschaftlich gewinnbar. Mit der Bohrung soll festgestellt werden, ob sich unter heutigen Bedingungen förderungswürdige Erdölmengen im Untergrund befinden.

Bohrung Anfang Juli 2019 abgeschlossen

In einer Pressemitteilung vom 09.07.2019 gab Rhein Petroleum bekannt, dass die „Steig 1“ „erfolgreich abgeschlossen worden und planmäßig in einer Tiefe von rund 900 Metern in den Pechelbronner Schichten geendet“ ist. Im unmittelbaren Anschluss folgt eine rund vierwöchige Untersuchungsphase, die Aufschluss darüber geben soll, ob sich in den porösen Gesteinsschichten genügend Erdöl befindet, um eine Förderung zu ermöglichen. Dazu ist in die Bohrung ein Förderstrang von ca 10 cm eingebaut worden.

Die ersten Testergebnisse sollen vielversprechend sein. Sie zeigten, dass die geologische Struktur signifikant erdölführend sei. Vieles deute „auf ein interessantes Vorkommen hin“, verkündet Rhein Petroleum. Nach dem Abbau der Bohranlage würden nun über einen Zeitraum von ungefähr vier Wochen Testarbeiten durchgeführt. Diese werden vorraussichtlich Anfang bis Mitte August abgeschlossen sein. Anschließend erfolgen weitere Auswertungen, die zum Ziel haben, Größe und Wert des mit der „Steig 1“ bestätigten Vorkommens bestimmen zu können.

Artikelfoto: Bohranlage der DrillTec beim Niederbringen der von Rhein Petroleum operierten Wiedererschließungsbohrung „Stockstadt 2001“  bei Darmstadt. Foto: R. Warlich

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Erdgasbohrung Burgmoor Z5 technisch erfolgreich abgeschlossen https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/erdgasbohrung-burgmoor-z5-technisch-erfolgreich-abgeschlossen/ https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/erdgasbohrung-burgmoor-z5-technisch-erfolgreich-abgeschlossen/#respond Sun, 14 Jul 2019 16:38:10 +0000 https://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/?p=8214 Im mittleren Niedersachsen, von Oldenburg bis zur Grenze nach Nordrhein-Westfalen, befinden sich zahlreiche Erdgaslagerstätten. Verbreitet überlagern sich mehrere an unterschiedliche geologische Formationen gebundene Lagerstätten. Wichtigster Speicherhorizont ist das als Staßfurtkarbonat bezeichnete carbonatische Gestein des zweiten Zechsteinzyklus. Zu diesen regelmäßig schwefelwasserstoffhaltiges Erdgas führenden Lagerstätten zählt auch die seit 1981 in Förderung stehende mit der Bezeichnung „Burgmoor/Uchte“, […]

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Im mittleren Niedersachsen, von Oldenburg bis zur Grenze nach Nordrhein-Westfalen, befinden sich zahlreiche Erdgaslagerstätten. Verbreitet überlagern sich mehrere an unterschiedliche geologische Formationen gebundene Lagerstätten. Wichtigster Speicherhorizont ist das als Staßfurtkarbonat bezeichnete carbonatische Gestein des zweiten Zechsteinzyklus. Zu diesen regelmäßig schwefelwasserstoffhaltiges Erdgas führenden Lagerstätten zählt auch die seit 1981 in Förderung stehende mit der Bezeichnung „Burgmoor/Uchte“, in deren Nachbarschaft die Bohrung Burgmoor Z5 zwischen Mitte März und dem 10. Mai 2019 abgeteuft wurde.

Burgmoor Z5 soll neuen Lagerstättenteil aufschließen

Bohrarbeiten Burgmoor Z5

KCA-Deutag-Bohranlage T-207 beim Abteufen der Burgmoor Z5. Foto: Steven Arndt, März 2019

An der nordwestlichen Flanke der Lagerstätte ist ab März eine neue als Teilfeldsuchbohrung kategorisierte Tiefbohrung niedergebracht worden. Teilfeldsuchbohrungen haben zum Ziel, in der unmittelbaren Nachbarschaft einer bekannten Lagerstätte eine neue bzw. einen neuen Teil aufzuschließen. Analysen von Vermilion Energy als Inhaber des Erlaubnisfelds Dümmersee-Uchtehaben hatten zuvor ergeben, dass im Gebiet der Samtgemeinde Kirchdorf, Gemeinde Bahrenborstel, eine noch unentdeckte Lagerstätte vorhanden sein könnte, und zwar in einer Tiefe von etwa 3.200 Metern (Projektinfo).

Am 4.o7.2019 gab Vermilion bekannt, dass ihr Engagement in Bahrenborstel mit Abschluss der Bohrung vorerst beendet ist. Die Verabschiedung wurde gekrönt durch die Übergabe eines Nachbarschaftsfonds in Höhe von 7.000 €. Diese Summe wurde an den DRK-Ortsverein Bahrenborstel, die Jugendfeuerwehr Bahrenborstel / Holzhausen sowie die Theatergruppe „Lustige Lippe“ verteilt.

Burgmoor Z5 wird an ExxonMobil übergeben

Coiled Tubing-Anlage. Hier im Einsatz auf der EMPG-Bohrung Goldenstedt Z12a zum Bohren eines neuen Multilateral-Bohrpfades. Foto: Steven Arndt, April 2018

Wie an diesem Standort vorgesehen, wird die Teilfeldsuchbohrung nach Abschluss der Bohrarbeiten an die ExxonMobil Production Deutschland GmbH (EMPG) übergeben. Zwischenzeitlich ist bereits im Juni die Bohranlage abgebaut worden. Aus Sicht von Vermilion ist die Bohrung geowissenschaftlich als auch technisch erfolgreich verlaufen. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Bohrung Erdgas angetroffen hat. Ob es sich dabei um Mengen handelt, die den wirtschaftlichen Erwartungen entspricht, kann erst durch den geplanten Fördertest ermittelt werden, der durch die EMPG vollzogen wird.

Mit Übergabe der Burgmoor Z5 an die EMPG übernimmt diese auch die Kommunikation vor Ort. Diese hat am 8. Juli 2019 eine Pressemitteilung zum Fördertest herausgegeben. Darin heißt es, dass „ein flexibles Stahlrohr, das auf einer Trommel aufgewickelt ist, mit Hilfe speziellen Equipments in die Bohrung“ eingeführt ist. Es kommt demnach eine Coiled Tubing-Anlage, wie im rechts beigefügten Foto zu sehen, zum Einsatz. Der Test wird Auskunft darüber geben, ob eine Erdgasförderung aus 3.500 Metern Tiefe möglich ist.

Die Testarbeiten werden ca. eine Woche in Anspruch nehmen. Dabei kann es zu einem erhöhten Geräuschpegel im näheren Umfeld des Betriebsplatzes kommen. Bei der Testförderung anfallendes Gas wird aus Sicherheitsgründen über eine Fackel verbrannt.

 

Artikelfoto: KCA-Deutag-Bohranlage T-207 beim Abteufen der Burgmoor Z5. Foto: Steven Arndt, März 2019

Anmerkung: der zweite Abschnitt unter der ersten Teilüberschrift sowie der erste Abschnitt unter der zweiten Teilüberschrift basieren auf einer Pressemitteilung von Vermilion, die uns in Form einer E-Mail vorliegt. Daher anders als sonst üblich keine Verlinkung.

 

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