Ölfeld Emlichheim: WintershallDea baut Pipeline nach Osterwald

Ölfeld Elichheim

Im äußersten Westzipfel Niedersachsens, an der deutsch-niederländischen Grenze, befindet sich das Ölfeld Emlichheim. Es ist eines der größten Deutschlands hinsichtlich des gesamten Lagerstätteninhalts und der zu erwartenden Gesamtförderleistung. Interessant ist zudem der Verlauf der Förderleistung. Anders als bei anderen Ölfeldern ist dieser bereits seit Jahrzehnten nahezu stabil auf hohem Niveau. Grund dafür ist hauptsächlich die Injektion von Heißwasser und später Heißdampf, um das zähflüssige (viskose) Erdöl fließfähiger zu machen. Nun soll der Abtransport des Öls zur Raffinerie Lingen optimiert werden.

Erdöl umliegender Felder geht per Pipeline nach Lingen

Ölpipeline Osterwald – Raffinerie Lingen. Foto: S. Arndt, August 2013

Neben dem von WintershallDea betriebenen Ölfeld Emlichheim gibt es im westlichsten Zipfel Niedersachsens noch weitere in Produktion stehende Öllagerstätten, die von anderen Unternehmen betrieben werden. Das Öl der Felder Adorf, Ringe und Scheerhorn wird in einer Anlage im Feld Scheerhorn gesammelt und von Wasser, Feststoffen sowie Erdölbegleitgas befreit. Von dort erfolgt eine Weiterleitung zum Betriebsplatz Osterwald in wenigen Kilometern Entfernung. Das Öl der Lagerstätte Georgsdorf wird in einer entsprechenden Anlage auf dem Betriebsplatz Osterwald aufbereitet.

Das Ölfeld Emlichheim verfügt über eine eigene Aufbereitungsanlage nördlich der namensgebenden Ortschaft. Das dort aufbereitete Öl wird gegenwärtig zu einem Ölverladebahnhof am nördlichen Ortsrand von Emlichheim verpumpt., wo die Verladung in Eisenbahnkesselwagen erfolgt. Von dort wird das Öl auf der Schiene nach Osterwald gebracht.

Der Betriebsplatz Osterwald ist mit einer größtenteils oberirdisch verlaufenden Erdölleitung mit der Raffinerie in Lingen verbunden. Das Öl sämtlicher erwähnter Lagerstätten fließt schließlich durch diese Leitung zum Veredlungsbetrieb an der Ems.

Ölfeld Emlichheim wird per Pipeline mit Betriebsplatz Osterwald verbunden

Erdölförderbohrungen Emlichheim 68 und 315. Foto: S. Arndt, August 2013

Doch mit dem Bahntransport von Emlichheim nach Osterwald soll es nach einer Presseinformation von WintershallDea in absehbarer Zeit vorbei sein. Bereits am 17.07.2020 gab das Unternehmen bekannt, dass die Arbeiten am 27.07.2020 auf dem Gemeindegebiet Ringe beginnen und in mehreren Abschnitten erfolgen sollen. Dazu wird gegenwärtig auf einem früheren Bohrplatz an der Ecke Meppener Straße/Am Eekenberg in Ringe die Baustelle eingerichtet (bei dem früheren Bohrplatz handelt es sich nach Recherche des Verfassers um den kombinierten Erdgas- und Erdölförderplatz mit der aktiven Gasbohrung Ringe Z1 sowie den ebenfalls aktiven Ölbohrungen Ringe 3, 4a, 5 und 6).

Die rund 14 Kilometer lange Leitung von der Wintershall Dea-Aufbereitungsanlage im Erdölfeld zum Betriebsplatz in Osterwald soll den Transport des Erdöls noch sicherer und effizienter machen sowie die derzeitigen Bahntransporte ersetzen. Der Investitionsrahmen beträgt 12 Millionen Euro, so WintershallDea. Mehr Informationen gibt es in einem Factsheet.

 

Artikelfoto: Förderplatz mit mehreren Bohrungen im Ölfeld Emlichheim. Foto: S. Arndt, März 2019